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Vorwort zur Sri Lanka-Reise

Eine Kirche in Negombo, Sri Lanka

Im Journalismus gilt eine wichtige Gestaltungsregel beim Schreiben von Artikeln: Rücke die Menschen ins Zentrum. Bei meiner zweiwöchigen Rundreise durch Sri Lanka wurde mir zum ersten Mal klar bewusst, dass das gleiche auch für das Reisen gilt. Es sind nicht die Sehenswürdigkeiten, welche einen später von einem Land schwärmen lassen, sondern die freundlichen Menschen, denen man unterwegs begegnet ist.

Für die kleine Insel, die kaum grösser als die Schweiz ist, kann die Bedeutung dieser Tatsache kaum unterschätzt werden.  Denn während die touristischen Highlights neben den Sehenswürdigkeiten anderer Länder schnell verblassen, verleiten die freundlichen und gut gelaunten Menschen dazu, Sri Lanka ins Herz zu schließen. Dass ich auf der Reise immer wieder Touristen begegnete, welche das Land schon mehrmals besuchte, weist daraufhin, dass ich mit meiner Einschätzung nicht allzu falsch liegen kann.

Negombo: Der sanfte Einstieg am Strand

Die kleinen Stände am Strand von Negombo verkaufen leckere Imbisse.

„Arrangierte Heiraten gibt es immer noch“, erzählt der Hotelbesitzer, ein Mann von etwa fünfzig Jahren und einer auffallend dunklen Haut. Auch er konnte sich seine Braut nicht selber aussuchen. „Aber inzwischen hat sich Sri Lanka etwas modernisiert: Die jungen Leute  können heute in der Regel vor der Hochzeit den Partner kennenlernen oder wenigstens von einem Astrologen dessen Horoskop berechnen lassen.“

Anuradhapura: Die Wolkenkratzer vergangener Zeiten

Kinder überholen mich auf der Treppe zum Tempelkomplex von Mihintale

Sampath möchte später einmal in Deutschland Koch werden, oder in Frankreich, oder in Italien. Hauptsache weg von Sri Lanka. Der 19-Jährige besucht deswegen in Anuradhapura ein „Cookery College“, wie er erzählt. Er absolviert also eine Ausbildung zum Koch. Ich war dem jungen Herren begegnet, als ich gerade den Bodi-Baum verließ – ein angeblich direkter Spross desjenigen Baumes, unter dem Buddha vor 2500 Jahren die Erleuchtung erlangte. Sampath hatte sich mir einfach angeschlossen und munter drauflos geschwafelt. Jedes Mal, wenn ich etwas eintönig antwortete, fragte er mich: „Magst du denn keine jungen Knaben aus Sri Lanka?“ Die Frage irritierte mich.

Dambulla: Der Gateway für Sigiriya

Der Felsen von Sigiriya im Hintergrund

Laxman ist die wohl sichtbarste Person ganz Dambullas. Der rund 50-jährige Rastafari fährt mit seinem Tucktuck auf der Suche nach Touristen die Straßen der Kleinstadt auf und ab. Dazu spielt er lautstark in seinem dreirädrigen Gefährt  Musik von Bob Marley. Auf der Rückseite seines Taxis kleben eine Flagge von Jamaika und ein großes Hanfblatt mit dem Schriftzug „Legalize it“.

Von Kandy nach Ella: Im Ratterzug durch die Teeplantagen

Eine ganz klassische Fahrkarte, die noch auf Karton gedruckt wird.

Langsam zieht die Landschaft vorbei. In der Ferne kommt ein Schild in Sicht. Ich kann es nicht lesen, bis es nach  rund einer Minute neben meinem Fenster wieder auftaucht. Auf dem weißen Blech steht die zugelassene Höchstgeschwindigkeit für den Zug von Colombo nach Badulla: 15 Stundenkilometer. Nachdem ich zwei genüssliche Tage in Kandy verbrachte (die meiste Zeit verbrachte ich damit, im Pink Guesthouse mit anderen Touristen zu plaudern und das leckere Essen der Familie, welche die Unterkunft besitzt, zu versuchen) war ich in den Zug nach Ella eingestiegen.

Ella: Das Vang Viang von Sri Lanka

Auf dem Gipfel des "LIttle Adams Peak" bei Ella.

Die Ortschaft ist irgendwie bizarr: Wenn man vom Bahnhof in Richtung Dorfzentrum geht, passiert man ausschließlich Hotels, Guesthouses, Restaurants, Massagesalons und sogar zwei recht gut aussehende Pubs. Ella, ein Dorf mit rund 1000 Einwohnern und vermutlich etwa gleich viel Besuchern, liegt in mitten der Teeplantagen von Sri Lanka. Die Umgebung ist aber auch von den Bergen und dem Ella-Gap geprägt.

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