Blog Archives

Ostanatolische Teehäuser und VIP Daumen

Hallo Leute,

Wir versuchen per Anhalter voran zu kommen

vor ein paar Tagen bemerkte ein Freund von mir, dass ich nie Politiker werden dürfe, denn dann hätte auch ich bald eine „Meilenaffäre“ am Hals. Tatsächlich habe ich vor ein paar Tagen erneut meine Flugmeilen eingelöst und bin in die Türkei geflogen, um dort Mio wieder zu treffen.

Nach nur einem Tag in Istanbul (ich kenne die Stadt ja schon vom letzten Frühling) sind wir nach Kappadokien gefahren. Eigentlich wollten wir ja per Autostop dorthin gelangen, da es in der Türkei nur Superdelux Busse zu entsprechenden Preisen zu geben scheint. Um das zu tun, liefen wir durch die halbe Stadt zur E5 und hielten dort eine Stunde den Daumen heraus, bis wir glaubten, dass wir vielleicht auf der falschen Fahrbahnseite stünden und im Reiseführer nachlasen. Dem war nicht so, aber wir erfuhren, dass die Leute offenbar zum Autostoppen nicht den Daumen raushalten, sondern eine Art Basketball spielten. Wir machten das, jedoch auch ohne Erfolg, so dass wir am Abend schliesslich den Nachtbus nahmen.

Ruinierte Militäreskorten und kurdische Sonnenuntergänge

Liebe Leute,

die Reise scheint immer interessanter zu werden. Schon in Yusufeli, von wo ich das letzte Mal geschrieben habe, hatte die Reise eine ausgesprochen politische Komponente erfahren. Als wir nämlich nach Kars autostoppen wollten, hielt die Jandarma an. Auch wenn der Name schwer nach Polizei klingt, handelte es sich dabei um das im Osten omnipräsente Militär. In einem Lieferwagen, mit einem Fahrer und drei bewaffneten Soldaten, die ihre Maschinengewehre nur aus der Hand liessen, wenn sie uns irgendwelche türkischen Leckereien anboten, fuhren wir zur alten georgischen Ishan Kirche hoch. Dass wir uns die Kirche eigentlich schon am Vortag angesehen hatten, und die (angeblichen) fünf Kilometer zu Fuss auf dem Berg marschiert waren, liess sich angesichts dieser Freundlichkeit kaum erwähnen. Trotzdem war es ganz gut, dass wir die Kirche (oder besser die Überreste derselben – besonders erstaunlich hierbei ist, dass die Wände ziemlich eingefallen waren, aber die Decke mit ihren rund tausendjährigen Fresken noch intakt war) schon vorher genauer angeschaut haben, denn in militärischen Manier hatten wir nur fünf Minuten Zeit, bis der Wagen diese wilde Bergstrasse wieder runterfuhr. Angesichts der Verkehrsdichte (ca. 1 Auto pro zwei Stunden) kann man sich dort oben keine Mitfahrgelegenheit entgehen lassen.

Kathedrale von Ani

Schliesslich wechselten wir in einen normalen PKW, der uns bis fast nach Kars brachte und dessen Fahrer sich spontan als Geschäftsmann outete, indem er uns am Ende einen nicht zu geringen Fahrpreis verlangte. Müde von der Hitze und der kurvigen Strasse, liessen wir uns auf keine langen Diskussionen ein und bereicherten den armen Talbotfahrer.

Schweinische Visareien und kartenspielende Kopftücher

Hallo Leute,

da dies hier das erste Internetcafe ist, das ich seit meiner Einreise in den Iran gesehen habe, nahm ich die Gelegenheit wahr, um ein kleines Mailchen an alle zu schicken. Ich bin zwar erst seit ein paar Tagen im Iran, doch so vieles ist so sehr anders als ich es mir vorstellt habe und das lässt mir keine Ruhe, bis ich davon berichte. Ich bitte deshalb um Nachsicht, dass ich schon wieder mit meinen Geschichten aus der Ferne langweile.

Super-delux-Bus (Tabrizterminal)

Nunja, der erste Eindruck von Iran war eigentlich die Botschaft in Erzurum. Wir hatten grosses Glück und dieser Eindruck wurde für ein guter – normalerweise äussern sich die meisten Touristen eher negativ dazu, wieder andere geben es gleich auf und reisen nach Syrien oder in ein anderes „anständiges“ Land, ohne dabei zu ahnen, was sie verpassen. Die Sache ist nämlich die, das die ganze Visumgeschichte eine grossangelegte Schweinerei ist. Die Bestimmungen, wer ein Visum bekommt und wer nicht, sind alles andere als klar. Viele Leute gehen auf die Botschaft, und werden dort vom Botschafter höchstpersönlich darauf hingewiesen, dass sie mit einer „geführten Tour“ reisen müssen. Das ist natürlich nicht wahr. Etwas anderes müssen sie jedoch tun: ein Reisebüro aufsuchen (der Botschafter gibt die Adresse und betont, dass es kein anderes sein könnte) und einen Aufpreis von 80 Dollar für die besagte „geführte Tour“ hinblättern, die aber letztlich nichts anderes ist, als ein Bestechungsgeld, welches sich der Botschafter und das Reisebüro teilen.

Kühle Gräber und zuckersüsse Volvos

Liebe Freunde,

mittlerweile bin ich von meinem ereignisreichen Trip nach Hause gekommen und sitze an meinem Computer, um Euch Schoggi essend von meinen letzten Erlebnissen zu berichten.

In einem Park in Yazd mit meiner "Ehefrau" Mio

Das letzte Mal habe ich mich aus Esfahan gemeldet. Von dort sind wir weiter nach Yazd gefahren, einer iranischen Wüstenstadt mit einer recht ausgedehnten Altstadt voller engen Gässchen, verwinkelten Ecken und den omnipräsenten Kühltürmen. Da es in der Gegend sehr heiss werden kann, wurden die Häuser traditionell mit speziellen Aufsätzen versehen, welche die Luft in die Gebäude umleiten und dank der damit erreichten Zirkulation wohltuend kühlend wirken. Da ich aber sowieso in einem klimatisierten Hotelzimmer wohnte, hatten diese Türme für mich nur eine architektonische Bedeutung.

Behalte mich mit Facebook im Augeschliessen
Powered by LikeJS
oeffnen
Dies ist der Footer Code