Tongren: Wie in China religiöse Objekte wirtschaftliche Blasen bilden können

Auch jünge Mönche wollen manchmal Spass haben.

Um nicht noch einmal die gleiche Tour zu machen wie vor schon zehn Jahren, entschloss ich mich, die tibetische Klosterstadt Tongren anzusteuern. Ich hatte kurz vor der Abfahrt für meinen alten Arbeitgeber in China einen Text zur Kunst der Tangkas übersetzt und war deswegen entsprechend amn dieser Malart interessiert. Wer nicht weiß, was Tangkas sind, den kann ich beruhigen: Ich kannte den Begriff vorher auch nicht. Das Wort bezeichnet ein für Tibet typisches Rollbild auf farbiger Seide oder anderem Stoff, das am Rand mit Säumen geschmückt ist.

Qinghai-See: Ausversehen im Militärsperrgebiet

Am Ufer des Qinghai-Sees

Ich war in die Falle gegangen, in eine Art Ausländerfalle. Und zwar in dem Augenblick als ich in der Jugendherberge von Xining am Schwarzen Brett eine Anzeige fand. „Wir suchen noch zwei Reisepartner, die mit uns den Qinghai-See umrunden“. Darunter stand eine genauere Reiseroute. Ich schloss mich der Gruppe an. Was ich nicht wusste: Diese Route führte genau in ein militärisches Sperrgebiet.

Vorwort: Zwei Wochen auf der tibetischen Hochebene

Die blühenden Rapsfelder sind im Sommer eines der Highlights einer Umrundung des Qinghai-Sees.

Ich hatte im Sommer überraschend das Angebot bekommen, bei meinem alten Arbeitgeber in Peking zwei Monate lang eine Vertretung zu übernehmen. Wer eine Weile als Übersetzer und Autor gearbeitet hat, weiss nach dem täglichen Kreativdruck die Erholung zu schätzen, die das Redaktorenpult bringt. Da ich ohnehin schon lange wieder auf die tibetische Hochebene wollte, habe ich zugesagt, um beides miteinander verbinden zu können. Kurz vor Arbeitsbeginn unternehme ich eine zweiwöchigen Rucksackreise von Xining zum Qinghaisee. Anschliessend ging es über die tibetischen Klosterortschaften Tongren, Langmusi und Xiahe nach Jiuzhaigou. Der Abschluss des Ausflugs bildete die Chengdu, die Hauptstadt der Provinz Sichuan. Wer Fragen und Anregungen zur Reise hat, kann die gerne im China-Reiseforum stellen.

Fujian-Tulou: Zwei Tage in den Erdbauten

Die typischen Rundhäuser aus Lehm in der Provinz Fujian

Die Erdbauten der ethnischen Minderheit der Hakka waren vor rund zwei Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe  erklärt worden. Beim Besuch der Region hat mich vor allem eines intessiert: Wie hat sich diese Auszeichnung auf das Leben der gewöhnlichen Menschen ausgewirkt, die in den berühmten Rundhäusern der Provinz Fujian leben.

Chikan: Das Schicksal der chinesischen Auswanderer

Strassenzug in Chikan

Das Wasser im Fluss schimmert etwas grünlich, der schwarzgraue Himmel wirkt bedrohlich. Es ist Herbst in Chikan. Noch immer ist es hier schwül-warm. Das kleine Dorf befindet sich nur wenige Kilometer südwestlich von der Kreisstadt Kaiping. Diese wiederum lässt sich von der Provinzhauptstadt Guangzhou in komfortablen zwei Autobahnstunden erreichen. Und weil ich auf dem Rückweg von Hainan nach Peking noch ein paar Tage Zeit hatte, entschloss ich mich diese Gegend zu erkundigen.

Sanya: Backpacking leicht gemacht

Am Strand von Sanya

So hatte ich mir das tropische Paradies nach drei Monaten in der Schweiz nicht vorgestellt: Es regnet in Strömen. Chris kommt persönlich mit dem Regenschirm zum Taxi, um mich in Empfang zu nehmen. „Service ist alles“, lächelt er. Chris, der Besitzer des Hotels Sanya Backpacker ist knapp 40 Jahre alt und stammt aus Singapur. Einen Nachnamen hat er nicht – zumindest scheint es so, denn jeder seiner rund 20 Gäste nennt ihn beim Vornamen. Auch Chris kennt alle – eine Art der Gastfreundschaft, wie man sie in China selten erlebt.

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