Nyaungshwe: Die Thermalquellen vom Inle-See

Thermalbad

Eines der drei Becken im Spa von Nyaungshwe am Inle-See

Wer meinen Blog seit längerer Zeit verfolgt oder mich etwas besser kennt, weiss vom „Folgeschaden“ meiner zahlreichen Reisen nach Japan: Sobald es irgendwo eine heisse Thermalquelle gibt, überkommt mich der Wunsch, diese zu besuchen. So auch am Inle-See. Dabei hatte man mich gewarnt.

Inle-See

Typische Wohnhäuser am Inle-See

Über Stock und Stein führt der Weg – genauso wie im Sprichwort. Links und rechts von mir befindet sich Wasser und viel Schilf. Hin und wieder komme ich auf meinem Fahrrad an einem kleinen Dorf vorbei, dessen Holzhäuser auf den für diese Region typischen Stelzen stehen. Man erreicht sie nur mit einem Boot oder über die kleinen Erdwälle, die jeweils zum Hintereingang führen.

40 Minuten dauert dieses holperige Szenario. Dann komme ich bei einem schön angelegten Garten an. Hier befindet sich ein Haus, dessen grosse Buchstaben mir zeigen, dass ich das Ziel gefunden habe: Spa.

Der Weg sollte indes nicht die einzige Herausforderung bleiben. An der Kasse stellte ich fest, dass ich meine Badehose vergessen hatte. Zurückradeln, das wollte ich auf keinen Fall. Dafür taten mir die Beine noch von meiner dreitägigen Wanderung zu sehr weh. Ich fragte deswegen, ob ich mir etwas zum anziehen kaufen kann. Die Mädchen hinter der Theke kicherten ein wenig und gaben mir dann ein Tuch, das man sich um die Hüfte wickeln konnte. Das kostet 100 Kyat, erklärte man mir, und zeigte mir dann eine etwas kleine Sporthose. Und diese kriegst du für 300 Kyat. Ich deutete auf den Wickelrock. Da lachten die Mädchen wieder: Nein, die ist doch für Frauen!

Salat auf Grünteeblättern: Ein ultimatives Highlight der lokalen Küche.

Sobald sich die Mädchen von ihrem Spass erholt hatten,  stellten sie die obligate Frage nach meiner Herkunft. Scheinbar hatte ich sie richtig beantwortet, denn plötzlich bekam ich so etwas wie Krabbenchips und eine scharfe, grüne Sauce aus Teeblättern angeboten. Die Chips dippt man in die Sauce und damit erhält man eine der wenigen wirklich leckeren burmesischen Speisen.

Etwas Ähnliches hatte es schon ein paar Tage zuvor auf der Wanderung gegeben. Während wir gemeinsam die Chips verspeisten, wurde mir erklärt, wie der Spa aufgebaut ist. Eigentlich ganz einfach: „Es gibt eine Abteilung für Frauen, eine für Männer und eine für Ausländer.“ Und dann: „Die Duschen sind heute gerade kaputt. Das heisst, wir haben kein kaltes Wasser. Du kannst deshalb ausnahmsweise auch im Pool Seife verwenden.“

Fischer auf dem Inle-See.

Ich wählte den Ausländerbereich. Hier gab es drei Becken. Eines wurde gerade gefüllt. Vermutlich hat hier ein Ausländer ein Schaumbad hinterlassen, dachte ich mir und steckte den Zehen in das wenige Zentimeter tiefe Wasser. Es war unerträglich heiss. Im zweiten Pool sass ein etwas älterer Deutscher, der gerade ein Buch las.

Für mich blieb nur noch das dritte Becken. Hier hatte ich Zeit, die Anlage anzuschauen. In einer Ecke gibt es eine kleine Bar, gegenüber befinden sich die Umkleidekabinen mit den defekten Duschen. Eine einfache Holzkonstruktion schützt vor der Sonne. Es ist nicht schmuddelig hier. Aber besonders schön ist es auch nicht. Es ist eben schwer, einen japanischen Onsen zu übertreffen, denke ich mir.

Myanmar ist das Land der Tempel – auch am Inle-See.

Am nächsten Tag miete ich ein Boot, um die Sehenswürdigkeiten rund um den Inle-See zu besichtigen. Zum Beispiel das Kloster der springenden Katzen, dessen Katzen seit zwei Monaten nur noch rumliegen, weil der Mönch, der die Katzen dressiert hatte, nicht mehr da war.

Oder der Tempel, welcher dank den endlosen Donation Boxes und den ausgestellten Banknoten dem Buddhismus den Duft des grossen Geldes gab. Oder die zahlreichen Handwerksmanufakturen, in die uns der Bootsfahrer ständig unter irgendwelchen Vorwänden schleppte, um Provisionen zu kassieren.

 

2 Responses to Nyaungshwe: Die Thermalquellen vom Inle-See

  1. Folgeschäden von Japan? Uiii! verträgst Du das heiße Wasser? Also mir war so mancher Onsen zu heiß. Und ich habe da noch ein Bild vor Augen aus Yudanaka: Da wurden vor dem Spa mit dem Thermalwasser Eier gekocht. Weitere Gedanken brauche ich glaube ich nicht zu schildern… *aua*

    • Oliver sagt:

      So einen Onsen habe ich auch mal in Beppu besucht, bei dem Eier im Wasser gekocht wurden. Aber in so heisses Wasser steigt ja auch niemand. Ansonsten finde ich es aber von den Temperaturen her meistens recht angenehm.

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