Negombo: Der sanfte Einstieg am Strand

Die kleinen Stände am Strand von Negombo verkaufen leckere Imbisse.

„Arrangierte Heiraten gibt es immer noch“, erzählt der Hotelbesitzer, ein Mann von etwa fünfzig Jahren und einer auffallend dunklen Haut. Auch er konnte sich seine Braut nicht selber aussuchen. „Aber inzwischen hat sich Sri Lanka etwas modernisiert: Die jungen Leute  können heute in der Regel vor der Hochzeit den Partner kennenlernen oder wenigstens von einem Astrologen dessen Horoskop berechnen lassen.“

Ein Mann (links) lädt mich spontan zu einem Getränk ein

Ich befinde mich in einem kleinen Hotel in Negombo, einem rund 40 Kilometer nördlich von Colombo gelegenen Urlaubsort. Es war wohl eher die Nähe zum internationalen Flughafen, als der etwas unordentliche gelbe Sandstrand, die dazu beigetragen hat, dass Negombo heute eine der wichtgsten touristischen Ziele des Landes geworden ist. Auch ich hatte zunächst um den Ort einen Bogen machen wollen. Aber als ich am Morgen früh ankam, war ich einfach zu müde, um eine längere Busfahrt zu unternehmen.

Negombo ist einer der ersten Orte Sri Lankas, der von Portugal kolonialisiert wurde (1505). Später folgten  die Niederlande (1644) und Großbritannien (1796). Auch wenn das Land schon seit über zwei Generationen unabhängig ist, kann man noch immer die Spuren der Jahrhunderte langen Fremdherrschaft entdecken: Im Stadtzentrum gibt es eine Reihe historischer Gebäude, einen von den Holländern angelegten Kanal und ein portugiesisches Fort, von dem man allerdings nur den Eingang besuchen kann. Der Rest ist leider in ein Gefängnis verwandelt worden. Im Zentrum des Orts gibt es auch eine recht große Kirche.

Die Kirche von Negombo

Ich bin allerdings ein bisschen enttäuscht vom Ort und mache mich auf den Weg zur Busstation. Dabei komme ich an einem kleinen Straßenstand vorbei. Ein alter Mann ohne Schneidezähne und einem riesigen Tattoo auf dem Arm, lädt mich zu einem Drink ein. Es handelt sich um eine eigenwillige Brühe:  Süße Bohnen in einer relativ dickflüssigen Sauce die den Geschmack von Tee, Zimt und etwas mit unbekanntem hatte.  Es schmeckt mir und ich trinke das ganze Glas aus. Der Verkäufer lacht immer wieder.  Der alte Mann will mich nun zu sich nach Hause zum Abendessen einladen. Mit Gesten macht er deutlich, dass er auch ein Ort hat, wo ich übernachten kann.  Doch mit der Kommunikation klappt es nicht sehr gut, weshalb ich das Angebot dankend ablehne.

Was mich jedoch überrascht: Wie aufmerksam die Leute sind. Auf einer Brücke bitte ich jemanden, ein Bild von mir zu knipsen.  Drei Autos halten an, um uns beim fotografieren nicht zu stören.

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