Donnerstag , September 5 2019
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Meiktila: „Keine Fahrkarten für Ausländer“

Ein Tempel in Form eines Drachen ziert das Zentrum von Meiktila.

Auf der Karte ist Meiktila ein natürlicher  Zwischenstopp auf einer Fahrt von Bagan zum Inle See: Das historische Städtchen, das an einem kleinen See liegt, ist zwar durchaus charmant. Für mich steht es aber vor allem für die Beschwerlichkeiten, mit denen Myanmar-Reisende zu kämpfen haben.

Der Uhrenturm von Meiktila.

Die Idee war einfach und bestechend: Ich verbringe den Nachmittag in Meiktila und fahre am nächsten Tag weiter. Auf diese Weise kann ich die lange Fahrt unterbrechen und gleichzeitig etwas mehr vom Land sehen.

Doch so einfach geht das nicht, denn es gab keinen Bus nach Meiktila. Ich musste mir eine Fahrkarte für den Bus nach Mandalay kaufen und auf halbem Weg aussteigen. Die zweite Hälfte des Tickets verfällt dann einfach. Die etwas schwer nachvollziehbare Logik dahinter: Schliesslich müsse man meinen Sitzplatz ja für die ganze Reise reservieren.

Als ich ankam, musste ich feststellen, dass bereits alle Hotels voll waren. Ich entschloss mich deswegen, die Stadt mit dem Gepäck anzuschauen und am späteren Nachmittag weiterzureisen.  Doch am Busbahnhof musste ich feststellen: Ausser mit einem überteuerten Taxi gab es kein Fortbewegen mehr. Ein Blick in den Reiseführer zeigte, dass sich der Bahnhof nur wenige hundert Meter südlich befindet.

Das Myanmar Beer ist ein leichtes Gebräu, das auch jemandem schmeckt, der sonst kein so grosser Bierfan ist. (Aber Beer Lao ist noch immer leckerer!)

Als ich am Fahrkartenschalter ankam, waren die vier Eisenbahnmitarbeiter gerade daran, zwischen dem Wärterhäuschen und dem Bahnsteig Abend zu essen. Reis und Gemüse gab es.

Die Bahnbeamten rücken mir einen Stuhl zurecht. Nun bekomme ich alles sehr ausführlich erklärt. Um 18.30 Uhr fahre ein Zug nach Thazi, von wo ich in den Bus umsteigen müsse.

Aber das sei nicht so ideal, meinte er und führte sich mit der Hand einen weiteren Reisballen zu, da ich lange auf dem Zug warten müsse.  Das war mit eigentlich egal, zwei Stunden auf dem Bahnhof warten zu müssen. Dann rückte er endlich heraus, wieso er mit das Warten abriet: „Wir haben keine Fahrkarten für Ausländer.“

Dazu muss man wissen, dass Myanmar sich noch immer nicht davon abgekehrt hat, Ausländer ein Vielfaches von dem abzuknüpfen, was  Einheimische zu bezahlen haben. Dies führt dazu, dass Burma eines der teuersten Reiseländer der Region ist.  In den Hotels stehen die Preise häufig in der birmanischen „Nudelschrift“  in der lokalen Währung. Auch wer die Zahlen nicht lesen kann, errät die Diskrepanz an den Nullstellen. Immerhin ist das in den letzten Jahren einiges besser geworden. Noch vor wenigen Jahren gab es für Ausländer eine Parallelwährung.

Am Abend gab es dann die Versöhnung. Gerade vor der Haustür meiner Unterkunft, des Golden Moon Motels, einer eher schäbigen Absteige mit einer rot bemalten Glühbirne im Zimmer, befand sich der Markt. Hier konnte ich mich einmal durch die lokalen Köstlichkeiten durchfressen: aufgeschnittene Klebereisbällchen mit einer Kokos-Zucker-Füllung, in einem Teig frittierte Wachteleier und einiges mehr, bei dem mir nicht so ganz klar war, woraus es bestand. Insgesamt waren die Speisen zwar lecker, aber sehr repetitiv.

Am nächsten Morgen machte ich mich früh auf den Weg nach Kalaw auf.

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