Maheshwar: Hungrig am Fluss

Abendstimmung am Ufer des Maheshwar. Treppen führen ins Wasser des heiligen Flusses. Die kleinen Häuser erinnert mich ein bisschen ans Käppeli-Joch in meiner Heimatstadt.

Für Wang begann der Abend in Maheshwar alles andere als angenehm: Da wir noch am Abend etwas von der entspannten Kleinstadt (Rund 20.000 Einwohner) sehen wollten, legten wir nach unserer Ankunft und der etwas schwierigen Suche nach einer Unterkunft nur kurz unser Gepäck in das Hotelzimmer.Doch in dieser kurzen Zeit hatte sich ein Insekt, so etwas wie eine rote Wespe, in ihren Pulli versteckt und stach sie in die Hand als sie diesen wieder anziehen wollte. Innerhalb von wenigen Minuten schwoll die Hand an, gleichzeitig ließ der Schmerz etwas nach.

Die Ghats von Maheshwar am nächsten Morgen.

Als wir schließlich ans Ufer des Flusses Narmada kamen, war die Sonne bereits untergegangen. Doch die Atmosphäre war noch immer sehr angenehm. Einige Männer badeten im warmen Wasser, das für einen heiligen Fluss erstaunlich sauber aussah.Auch an diesem Fluss soll einmal ein Staudamm entstehen, der jedoch zu einem der umstrittensten Projekte Indiens gehört, da in der Umgebung etwa 60 Dörfer überschwemmt werden sollen. Was genau mit den historisch wertvollen Ghats passieren wird, weiß ich nicht. Wie auch immer: Aufgrund einer sehr starken Protestbewegung konnte der Damm bis heute nicht fertig stellt werden. (Etwas später entdeckte ich, dass die deutsche Autorin Ulrike M. Bürger zu dieser Protestbewegung ein Buch verfasste. Wer also Genaueres erfahren will…)

Alter Mann an einem der Ghats

Sobald es vollständig dunkel war, wollten wir etwas essen. Das stellte sich jedoch als eine Herausforderung dar, denn entlang der etwa einen Kilometer langen Hauptstraße gab es kein einziges Restaurant, sondern nur jede Menge indische Süßigkeiten. Wir kauften in einem Laden Barfi (Dessert auf Milchbasis mit Kardamom und anderen Gewürzen), Gulab Jamun (In Öl gebackene und in Sirup getauchte Bällchen auf Milchbasis) und Laddu (süße Bällchen aus Weizenmehl- oder Kichererbsenmehlbasis). Doch alles war so süss, dass ich nach wenigen Minuten einen übersäuerten Magen hatte und nun umso mehr etwas Richtiges essen musste, um das unangenehme Gefühl zu verdrängen. Erst am Busbahnhof fanden wir schliesslich einen kleinen Imbiss. Ich habe bis heute nicht verstanden, wieso es in Maheschwar so gut wie keine Restaurants gibt. Am nächsten Tag fuhren wir weiter.

 

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