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Lumbini: Im Disneyland der Buddhisten

Dieses Gebäude schützt den Stein, auf dem Siddharta Gaudama vor rund 2500 Jahren geboren wurde.
Dieses Gebäude schützt den Stein, auf dem Siddharta Gaudama vor rund 2500 Jahren geboren wurde.

Wenn es so etwas wie ein Disneyland für Buddhisten gäbe, dann würde es wohl kaum anders aussehen als Lumbini, das kurz vor der Grenze zwischen Nepal und Indien liegt. Der Ort ist deswegen bekannt, weil hier vor rund 2500 Jahren Siddharta Gaudama zur Welt kam – also der Prinz, der später den Buddhismus begründete. Mehr dazu hier. Da Gaudama im Gegensatz zu anderen Religionsstiftern nicht nur eine historische Persönlichkeit war, sondern darüberhinaus schon vor Geburt aus eine bedeutende gesellschaftliche Stellung inne hatte, weiss man noch heute genau, wo das Kind zur Welt kam. Um den Stein, auf dem die Mutter Mahamaya ihrem Gemahlen, dem König Shuddhodana, einen Sohn zur Welt brachte, wurde ein kleiner Tempel erreichtet und um diesen herum einen Religionspark.

Einer der noch nicht fertig gestellten buddhistischen Zentren von Lumbini

Die ganze Anlage ist weitläufig und angenehm ruhig. Sie hat mich entfernt an Ayuthaya oder Sukothai in Thailand erinnert. Doch anderes als diese beiden ehemalige Hauptstädte sind die Tempel von Lumbini neu. Fast jede buddhistische Gruppierung, die etwas auf sich hält, ist hier mit einem eigenen Tempel vertreten und bietet – so weit ich das sehen kann – auch regelmässig Seminare an. Viele Tempel befanden sich zum Zeitpunkt des Besuchts noch  im Bau und es ist schwer zu beurteilen, ob da in Zukunft einmal mehr los sein wird, oder ob sich die Arbeiten einfach endlos in die Länge gezogen haben.

Es ist spannend, die unterschiedlichen Bauarten von Tempeln mehr oder weniger nebeneinander vergleichen zu können oder mit den Leuten zu plaudern.  Nur die deutsche Buddhistische Gesellschaft (sorry, falls ich den Namen falsch in Erinnerung habe. Ich wollte ihn eigentlich aufschreiben) fiel mit Sicherheitskontrollen unangenehm auf.  Wer will schon sein Handtasche am Eingang durchsuchen lassen. Ich frage mich, was diese Gruppierung falsch gemacht hat, um andere Menschen so wütend zu machen, dass Sicherheitsvorkehrungen überhaupt erst nötig wurden.

Ein tibetisch geprägter Tempel in Lumbini

Hier noch ein paar praktische Tipps: Wer den Geburtsort von Gautama besuchen will, kann dies in einem halben Tag bewerkstelligen. Wer aber etwas Zeit übrig hat, sollte auf alle Fälle einen ganzen Tag bleiben, um die ganze Anlage zu besichtigen. Da es auf dem Gelände keine Läden gibt (scheinbar vertragen sich das Geschäftemachen und die Religion nicht, wie mir in einem Tempel jemand erklärte), sollte man am besten genügend Getränke und vielleicht auch einen Imbiss mitbringen. In den meisten Tempeln gibt es zwar Wasser, aber ob das wirklich problemlos trinkbar ist, kann ich nicht sagen. Vor dem Eingang zur Anlage gibt es ein paar kleine Läden und Restaurants. Die Fahrt vom und ins Stadtzentrum dauert mit dem Bus etwa eine Stunde.

 

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