Harbin: Zu Besuch im Roboterrestaurant

Sie sind kaum eine Hilfe, die elektrischen Kellner im Roboterrestaurant in Harbin. Aber immerhin blinken sie schön.

Vor ein paar Monaten hatte ich auf einer chinesischen Website gelesen, dass in Harbin das erste Restaurant aufgegangen ist, in dem man von Robotern bedient wird. Das Ganze hat sich zwar ein bisschen als Mogelpackung herausgestellt, doch ein Besuch ist trotzdem ganz interessant.

In meiner Kindheit habe ich bisweilen die amerikanische Fernsehserie „Trio mit vier Fäusten“ (Riptide) geschaut. Es ging dabei um drei Privatdetektive, von denen einer als Superbrain nicht so recht reinschlagen konnte. Daher vier Fäuste. Das Besondere an der Crew war jedoch, dass sie mit Roboz einen kleinen orangefarbenen Roboter hatten, der für sie allerhand erledigen konnte.

Schon beim Eingang wird man von einem Roboter empfangen.

Als ich am Abend nach meiner Ankunft in Harbin zuerst ins Roboter-Restaurant ging, fühlte ich mich in die Fernsehserie versetzt. Schon am Eingang steht ein Roboter. Zu vielem ist er nicht gerade fähig. Aber immerhin grüßt er mich auf Chinesisch und leiert dann die Spezialitäten des Lokals herab. Ich frage mich, wie die Maschine weiß, dass ich genau in dem Augenblick gekommen bin und beginne sie nach einem Sensor abzusuchen. Doch während ich noch am Suchen bin, kommt die gleiche Nachricht noch einmal. Offenbar habe ich hier die künstliche Intelligenz überschätzt.

Das Restaurant befindet sich ziemlich Zentral in der Stadtmitte von Harbin in einem Untergeschoss. Hier noch die Adresse, falls jemand von euch auch dorthin möchte: Xiliu Daojie 51 (西六道街51).

Unten ist eine geräumige, gelbgestrichene Halle. Am hinteren Ende befindet sich eine große Scheibe, welche die Küche vom Essbereich abtrennt. Hinter dem Glas steht ein Roboter in jeder Hand hält einen Topfdeckel. Er bereitet Jiaozi zu, also chinesische Ravioli. Da es im Menü hieß, dass die von einem Roboter zubereitet werden, hatte ich sie bestellt und wollte nun zuschauen, wie die Roboter mit dem eher einfachen Gericht fertig werden.

Aus dem Hintergrund kommt ein Koch, der bereits zehn geformte Jiaozi in einem kleinen Teller hat. Auf einen Knopfdrück hebt der Roboter einen Arm und mit ihm den Deckel hoch. Der weiß gekleidete Koch wirft die Teigtaschen in den Topf und betätigt erneut einen Knopf, worauf sich der Arm senkt. Nun geschieht ein paar Minuten gar nichts, bis ein kleiner Pfeifton erschallt und der Roboter von alleine die fertigen Jiaozi in einen Teller schüttet.

Im Hintergrund steht immer ein Kellner bereit – für den Fall das was schief geht.

Nun kommt der Koch wieder, nimmt den Teller und trägt ihn zu einem Roboter, der vor der Küche bereitsteht. Auf seinem Rücken befinden sich etwa zwölf Knöpfe, von denen ein jeder für einen Tisch steht. Sobald der Koch den richtigen Tisch gewählt hat, macht sich das Gerät auf den Weg. Da ist gar nicht so leicht. Zwar ist der Weg auf dem Boden klar markiert, aber die Hälfte der Gäste sind Kinder – und die haben besonders viel Spaß, den kleinen Helfern im Weg zu stehen.

Kaum ist der Roboter am Tisch zeigt sich erneut, wie limitiert die Möglichkeiten noch sind: Das Gerät hält einfach an und wartet darauf, bis ein menschlicher Keller vorbeikommt und die dampfenden Gerichte auf den Tisch stellt. Und klar wird vor allem eines: Die hier verbaute Technik begeistert zweifellos die Kinder und auch einige technophile Erwachsenen. Aber Arbeit abnehmen, das können sie noch nicht.

One Response to Harbin: Zu Besuch im Roboterrestaurant

  1. […] über dem Durchschnitt. Es spricht also nichts dagegen, sich das ganze einfach einmal anzusehen. Hier habe ich letztes Jahr in meinem alten Blog ein Erlebnisbericht […]

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