Donnerstag , September 5 2019
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Dehang: Das angeblich grösste Miaodorf der Welt

Blick über einen Teil des Dorfes Dehang. Die Jielong.Brücke im Vordergrund ist sowas wie das Wahrzeichen des Orts.

Eingepfercht zwischen bizarr geformten Felsen liegt die kleine Ortschaft Dehang.  Das Minderheitendorf mit seinen Holzhäusern wird erst selten von westlichen Touristen besucht. Dabei hat es neben einer für China unüblich entspannten Atmosphäre vor allem grandiose Wanderwege zu bieten.

Der etwas ausserhalb gelegene Liusha-Wasserfall ist eines der Highlights von Dehang.

Was das alles Wetter ausmacht! Als ich am Nachmittag auf dem geräumigen Parkplatz vor Dehang ankam und die wild geformten Felsen im Sonnenlicht leuchteten, war mir klar, dass dieses Dörfchen für mich etwas besonderes sein würde. Aussergewöhnlich ist das Dorf auch für chinesische Besucher: Die Umwelt ist in dem engen Tal weitestgehend in Takt. Im Fluss, der durch das Dorf strömt, kann man die Felsen auf dem Boden sehen. Ganz im Gegensatz zu den Gewässern in Peking mit ihrer giftgrünen Farbe.

Die Natur ist dann auch der Hauptgrund, wieso das kleine Städtchen 50 Kilometer nordöstlich von Jishou gerne von chinesischen Tourgruppen besucht wird. Gleich hinter der Jielong-Brücke beginnt ein Wanderweg durch das Yuguanxi-Naturschutzgebiet. In rund einer Stunde führt der Weg zum Liusha-Wasserfall, dessen Höhe doch ganz eindrücklich ist. In die andere Richtung führt ein weiterer Wanderweg auf einen Aussichtspunkt, von wo aus sich ein Blick auf das Städtchen werfen lässt. Hier treffen wir auch wieder ein französisches Pärchen, dem wir schon in Fenghuang begegnet sind.

Der nächste Tag

Da es am folgenden Tag zu regnen begann, fiel eine weitere geplante Wanderung nicht nur sprichwörtlich ins Wasser.  Da die Zeit für meine Hunantour ohnehin etwas knapp bemessen war, zog ich dann einen Tag früher als geplant weiter. Nicht aber ohne noch ein Blick auf die Infotafeln bei der Busstation zu werfen.

Zahlreiche gut ausgebaute Wanderwege führen durch die Umgebung von Dehang.

Dort wurde Dehang als das „grösste Miaodorf der Welt“ betitelt. Dies ist an sich schon eine etwas bizzare Behauptung, weil daneben auf einer Landkarte die Siedlungsgebiete der Minderheit eingezeichnet waren und aus dieser hervorging, dass das Volk der Miao ausschliesslich in China leben.  Doch selbst in China habe ich schon bedeutend grössere Siedlungen der Miao besucht wie beispielsweise Xijiang. Ich finde es schon traurig genug, dass jeder Ort einen Superlativ braucht. Aber noch betrüblicher finde ich, wenn mit Superlativen geworben wird, die so offensichtlich nicht stimmen wie dieser.

Hier noch ein praktischer Tipp, für Besucher, die Dehang auf eigene Faust besuchen wollen. Ich bin mit dem Bus von Fenghuang nach Jishou gefahren und von dort aus mit einem zweiten Bus nach Dehang. Das ist relativ umständlich, da ich beim Busterminal ankam und der kleine Bus nach Dehang vom Bahnhofsvorplatz fährt. Am Wasserfall traf ich auf Reisende, welche sich in Fenghuang einer Tourgruppe angeschlossen haben. Das kostet nicht nur gerade einmal die Hälfte, sondern ist auch sehr viel schneller.

2 comments

  1. Mir hat’s in Dehang auch sehr gut gefallen. Leider ging’s mir gleich wie Dir – die Tage dort fielen buchstäblich ins Wasser. Bei mir hat sich die Sonne leider kein einziges Mal gezeigt und es war unangenehm feucht. 🙁

    Übrigens: Das erste Bild finde ich super. Bist Du dafür aufs Dach von Deiner Unterkunft geklettert? 🙂

    • Nein, das war vom ersten Stock meines Hotels. Das sieht nur so aus, als haette ich es von weit oben fotografiert, weil ich ein Ultraweitwinkel mit 10mm-Brennweite verwendet habe.

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