Das Wunder an der Grenze: Von Nepal nach Indien

Da die Weiterreise andauerte, musste ich im Park die Zähne putzen...

Ich habe mir eigentlich vorstellt, dass er ein Hindernislauf werden könnte. Angefangen hat es damit, dass ich bei der Ausreise festgestellt habe, dass ich mein nepalesisches Visum einen Tag überzogen habe. Die rechnen die 15 Tage irgendwie anders als ich dies tun würde. Um dies zu vertuschen, kam ich auf die Idee, beim Ausreiseformular einfach ein falsches Datum reinzuschreiben – er hat es nicht mit den Angaben auf dem Visa verglichen und schon hatte ich den nötigen Stempel. Die Einreise nach Indien hat mich allerdings schon länger Sorgen bereitet.

Der eher triste Bus-Bahhof von Delhi

Bei den Attentaten in Mumbai vor etwas mehr als einem Jahr war auch ein Amerikaner unter den Tätern. Was dabei die Öffentlichkeit besonders geschockt hat, war die Tatsache, dass der junge Mann mit einem gültigen Visum rund acht Mal nach Pakistan und wieder zurück reiste, ohne dass dies jemandem auffiel. Doch statt hier bessere geheimdienstarbeit zu fordern entschloss sich die Regierung zu einem plumpen Aktionismus und erklärte ein neues Gesetz, wonach alle Touristen, die Indien verlassen mindestens zwei Monate ausserhalb des Landes bleiben müssen, bevor sie einreisen können.

Regierungsgebäude in Delhi

Wie ich mich als der indischen Seite nähere, überlege ich mir, was wohl die beste Methode sein könnte, um auf die Beamten Druck auszuüben, damit sie doch das tun, was ich will. Und dann nach einem Schlagbaum sitzen sie, die indischen Beamten: Fünf Männer in staubigen Uniformen brüten über der Zeitung. Ich frage, ob das die Immigration sei. Keiner reagiert. Erst als ich einen ganz konkret anschaue, steht der langsam auf, geht die fünf Schritte zur Strasse und spukt eine rote Flüssigkeit aus. Dann grunzt er: „Passport!“ und stempelt mich ein, ohne mein Visum überhaupt anzuschauen. Den Pass wirft er mir nachlässig mit einer klassischen Leck-mich-Haltung über den Tisch. Das nervt mich zwar, aber ich bin doch froh, dass ich an den Typ fauler Sack und nicht an den Typen korrupter Beamte geraten bin. Denn andere Reisende hatten berichtet, dass sie teilweise hohe Bestechungsgelder haben zahlen müssen.

Museum für moderne Kunst in Delhi

Die Weitereise nach Dharamsala bestand vor allem aus Warten und heute würde ich eher eine andere Route wählen. Mit einem Jeep ging es in zwei Stunden nach Gorkapur, wo es zunächst hiess, vier Stunden auf den Zug zu warten. Am nächsten Morgen in Dehli angekommen, erfuhr ich, dass angeblich nur Nachtbusse nach Darjeeling verkehren. So musste ich also nicht nur eine zweite Nacht in Transportmitteln verbringen, sondern mir auch einen ganzen Tag in Dehli um die Ohren schlagen. Highlight war dabei der Besuch von McDonalds. Nach bald einem Monat abwechselnder Curry-Arten vermisste ich Fastfood, zudem wollte ich auf einer sauberen Toilette meine Kleiderwechseln, die doch nach zwei Tagen ziemlich vollgeschwitzt waren. Doch es gab keine Toilette. Es gab auch keinen Hamburger, da Rindfleisch in Indien nicht gegessen werden darf. Einen etwas seltsamen McMaharaja, den ich vor acht Jahren auf meiner letzten Reise versucht hatte und der meiner Erinnerung nach sehr nach Curry schmeckte, gab es und natürlich McNuggets. Auch sehr interessant war das Museum vor Contemporary Art mit seiner Sonderausstellung zum russischen Maler Erich Röhrich.

4 Responses to Das Wunder an der Grenze: Von Nepal nach Indien

  1. weltenirrer sagt:

    INDIEN :
    :::sollte man eigentlich meiden bei deren APARTHEID-PREISPOLITIK für Ausländer seit 2001, wobei selbst von Studenten das Super-mehrfache an Eintrittsgeldern, oft nur in Dollar zu zahlen ist !!!!!!!!!!Auch bestimmte Reisetouren, z.B. mit der Bahn zu buddh. Orten werden für Ausländer höher berechnet, u. da sind dann in der Gruppe nicht nur solche, sondern auch Inder, die für gleiche Leistung weit weniger gezahlt haben. DAS KANN MAN DOCH NUR ALS APARTHEID BEZEICHNEN.

    VISA :
    Seit die Konsulate nicht mehr direkt Visen ausgeben u. einen kostenpflichtigen Service vorgeschaltet haben (selbst direkt im Gebäude des Konsulats, z. B. in Chiangmai)ist die ABSAHNEREI FORTGESCHRITTEN:
    Ich habe mir dort ein 5-Jahresvisum geholt 2010 u. in Kauf genommen, dass immer nur 3 Monate Aufenthalt gewährt werden. In diesen 3 Mon. kann man nicht ausreisen u. wieder zurück, z. B. von Sri Lanka o. Nepal, weil zwischen jeder neuen Einreise 2 Mon. liegen müssen ( Massnahme nach Mumbai-Anschlag), als ob das solche Akte verhindern könnte.
    Aber mit dem 5-Jahresvisum sind bei der Einreise dermassen blöde u. unsinnige Fragen verbunden u. die Immigration dauert viel länger, dass ich inzw. die Schnauze voll habe u. Indien meide…( „what is the purpose of comming, which hotel …“). Das Visum ist ein TOURIST-VISUM !!! Als ob ei n „Terrorist“ sagen würde, er käme um eine Bombe zu legen….DAS IST FÜR EINEN JAHRZEHNTE ERFAHRENEN BACKPACKER UNERTRÄGLICH:::!!!!!!!!!

    • Oliver sagt:

      Da kann ich dir nur beipflichten. Die indischen Visumsregeln sind der Höhepunkt der bürokratischen Idiotie und die Abzocke bei den Touristen finde ich auch nicht okay. Wobei man allerdings auch sagen muss, dass die Eintrittspreise noch immer erschwinglich sind. Das Taj Mahal ist wohl die teuerste Sehenswürdigkeit Indiens mit 750 Ruppies. Das sind ja umgerechnet nur etwa 10 Euro. Petra, Angkor Wat und selbst das überhaupt nicht vergleichbare Sigiriya in Sri Lanka ist einiges teuer.

  2. Florian sagt:

    Ich habe damals nach 2 Wochen in Bangladesch bei der Rückkehr nach Indien dummer Touri gespielt. Das Bestechungsgeld von 1 EUR war sowieso Pflicht um überhaupt über die Grenze zu kommen. Sie haben mich net zurückgeschickt, aber das Gefühl auf der Busfahrt zur Grenze brauche ich nicht nochmal…

    Mittlerweile sind die 2 Monate wieder abgeschafft.

    • Oliver sagt:

      Das ist auch gut so, dass diese Zwei-Monate-Regel wieder abgeschafft wurde. Visa-Vorschriften sind ja in jedem Land mehr oder weniger voll mit bürokratischem Unsinn (siehe auch hier: http://www.goo.gl/fNbbLq), aber diese Regel ist etwas vom dümmsten, das mir jemals begegnet ist. Sie hilft niemandem, sondern schadet nur allen Seiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Dies ist der Footer Code