Dambulla: Der Gateway für Sigiriya

Der Felsen von Sigiriya im Hintergrund

Laxman ist die wohl sichtbarste Person ganz Dambullas. Der rund 50-jährige Rastafari fährt mit seinem Tucktuck auf der Suche nach Touristen die Straßen der Kleinstadt auf und ab. Dazu spielt er lautstark in seinem dreirädrigen Gefährt  Musik von Bob Marley. Auf der Rückseite seines Taxis kleben eine Flagge von Jamaika und ein großes Hanfblatt mit dem Schriftzug „Legalize it“.

Ein Detail aus dem Felsentempel von Dambulla

Ich bin Laxman begegnet, als ich mir in einem Laden zwei Samosas kaufen wollte. Bevor ich bestellen konnte, hatte er mir das schon abgenommen. „Die Leute können hier kein Englisch, ich helfe deswegen gerne meinen Freunden“, sagt er. Seine unaufgeforderte Hilfe kostete mich zehn Rupien, also etwa 10 Eurocent, wie ich am nächsten Tag feststellte, als ich weitere Samosas ohne Probleme selbst kaufte.

Zwei Tage später sollte ich im Pink Guesthouse in Kandy eine etwas ältere Deutsche treffen, die mir ihre Geschichte erzählt. Vor 27 Jahren hatte sie eben diesen Laxman getroffen und sich in ihn verliebt. Die beiden begannen eine Affäre, die allerdings nicht lange hielt. Laxman war bereits zu jenem Zeitpunkt verheiratet und hatte zwei Kinder.

Der deutschen Sozialarbeiterin tat es leid, unwissentlich in eine Ehe gefunkt zu haben. Sie wollte das wieder gutmachen und entschloss sich, die Kinder der Familie zu unterstützen.

Ein Verkäufer vor dem Felsentempel von Dambulla

Die Geschichte des Rastafaris Laxman ist durchaus interessant, wenn sie so stimmt, wie er sie seiner deutschen Bekannten erzählt hat: Die Eltern starben früh, weshalb er kaum eine Schulbildung genießen konnte. Noch heute kann Laxman keine Straßenschilder lesen.

Früh begann er, sein Glück als Touristenführer zu suchen, während seine Frau in Saudi-Arabien als Putzfrau schuftete. Es ging immer aufwärts. Irgendwann konnte er sich ein Taxi leisten und mehr verdienen. Allerdings nichts alles auf dem rechten Weg. Inzwischen scheint er den Drogenhandel in dem rund 1000 Einwohner zählenden Dambulla zu kontrollieren, das sagt zumindest die deutsche Frau, die ein paar seiner Telefonate gehört hat.

Kaum war ich in Dambulla angekommen, machet ich mich auf zum Höhlentempel von Dambulla. Die Bilder, die im Guesthouse aufgehängt sind, lassen großartige Höhlenmalereien erwarten. Immerhin hat der Höhlentempel, der rund 2000 Jahre alt ist, eine große historische Signifikanz. Doch was ich zu sehen bekomme, fand ich eher enttäuschend, zumal die meisten Malereien in den fünf kleinen Höhlen aus dem 19. Jahrhundert stammen. Dambulla kann sich bei weitem nicht mit den Magao-Grotten in China messen, verlangt aber fast gleich viel Eintritt.

Endlose Stufen führen zum Gipfel von Sigiriya

Vor dem Tempel stehen ein paar Verkäufer. Eines der beliebtesten Verkaufsobjekte ist etwas, was die Händler als geheime ayurvedische Medizinschachtel bezeichnen. Um sie zu öffnen, muss man zuerst auf beiden Seiten einen Balken wegschieben, was erst erlaubt, die Schubladen zu öffnen.

Mir wird die Schachtel für rund 20 Franken angeboten, weil ich eben ein etwas anderer Tourist sei. Aha! Ich bleibe etwas länger und höre zu, wie der Verkäufer anderen genau das gleiche erzählt. Dann komm e ich mit dem Mann doch noch ins Gespräch.

Er beklagt sich über die teuren Eintrittspreise, die sich negativ auf sein Geschäft auswirken. „Wir sind die kleinen Leute“, erzählt er. „Wir haben nichts davon, wenn die Regierung von Ausländern viel mehr verlangt.“ Seit die Preise stark angestiegen sind, kann er weniger verkaufen, denn seine wichtigsten Kunden sind nicht die vergleichsweise spendierfreudigen Touristen, die mit Reisegruppen kommen und von denen in Provisionen bezahlende Souvenirshops geführt werden, sondern selbstreisende Backpacker. „Und die haben nun ganz einfach weniger Budget übrig.“ Das Problem sei die gierige Regierung. Doch für etwas einsetzen will er sich dann doch nicht. „Das bringt nur Ärger.“

Felsenmalerei in Sigiriya

Am nächsten Morgen fahre ich nach Sigiriya. Auch hier sind die Eintrittspreise mit 30 Dollar erstaunlich hoch. Doch wenn in Sri Lanka eine Sehenswürdigkeit atemberaubend (sprichwörtlich und tatsächlich) ist, dann sind es diese alten Ruinen, die in luftiger Höhe auf einem steilen Felsen ruhen. Über furchteinflößende Metallbrücken in luftiger Höhe geht es auf die Plattform. Bizarre Warnschilder säumen den Weg: Mach keinen Krach wegen den Hornissen, heisst es beispielsweise an einem Ort.

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