Category Archives: Vietnam

Klebrige Grenzübergänge und schreiende Englischlehrer

Liebe Freunde,

nach fast zwei Wochen im Norden von Vietnam, bin ich nun in Nanning, der Provinzhauptstadt von Guangxi in Südchina angekommen. Doch davon später.

Halong ist eine der Hauptsehenswürdeigkeit in Nordenvietnam

Mit meiner Reiseberichterstattung bin ich nun in einer etwas schwierigen Situation: Eigentlich würde ich Euch gerne viel von Vietnam erzählen, aber ehrlich gesagt, war ich fast zu kurz da, um wirklich etwas von der Sache zu verstehen – und wohl auch zu kurz, um mich so anzuklimatisieren, dass ich das Land wirklich zu schätzen lernte und (wie bei seinen Nachbarn) sobald ich die Grenzen hinter mir gelassen habe, überlege, wohin ich das nächste Mal will. So war es in Vietnam nicht, dabei war der Anfang sehr hoffnungsvoll. Zusammen mit Sabine, der Schweizer Reisebegleitung, die ich nun schon mehrmals erwähnt habe, sind wir bei Nakeo über die Grenze. Das ist ein kleiner Übergang im Nordosten Laos, der erst vor rund einem Jahr für Ausländer geöffnet wurde. Die meisten Touristen wissen noch nicht, dass sie hier durch können.

Unexplodierte Logik und gewobene Apotheken

Liebe Freunde und Leser,

Niths Mutter arbeitet unter anderem als Weberin...

nach langer Zeit melde ich mich wieder. Ich bin mittlerweile in Hanoi, in Nordvietnam, angekommen. Was ist bisher geschehen? Nach meinem letzten Mail bin ich nach Phonsavanh gereist. Dort habe ich Sabine, die Schweizerin, wieder getroffen und bin mit ihr zusammen bei der bereits mehrfach erwähnten Laotin (Nith) eingezogen. Ihre Eltern stammen aus der Gegend und ihr Haus war sehr interessant zu besuchen. So konnte ich ein bisschen ins laotische Familienleben blicken.

Bei Laoten stehen auch manchmal Frösche auf dem Speiseplan...

Ihre Familie ist relativ groß. Der Vater ist Lastwagenfahrer mit dem Schwerpunkt besonders schwierige Strassen – und entsprechend selten zu Hause. Die Mutter hatte früher eine kleine Apotheke. Aber seit es die Regierung nicht ausgebildeten Apothekern untersagt hat, Medikamente zu verkaufen, musste sie das Sortiment ein bisschen umstellen und seither läuft der Laden weniger gut. (Wobei bei einem Gewinn von nur 500 Kip – also etwa 5 Rappen – pro verkauftem Medikament kann ich mir kaum vorstellen, dass es jemals gut lief). Unter der Hand gehen aber die Medikamente wohl immer noch weg. Zumindest sind immer wieder junge Mädchen gekommen, die sich entweder nach der Pille erkundigt haben oder Probleme bekommen haben, nachdem sie ohne ärztliche Aufsicht eine Abtreibungspille genommen haben. Offenbar ein weit verbreitetes Problem in Laos. Da diese Halbapotheke eher am Stadtrand liegt und daher nur etwa eine Person pro Stunde vorbei kommt, hat sich die gute Frau noch einen Zusatzverdienst eingerichtet: Hinter dem Laden steht ein Webstuhl, wo sie den typischen laotischen Stoff herstellt. Das Haus selber besteht aus drei Einheiten. Eigentlich hatte die Familie noch einen zweiten Laden und eine Einliegerwohnung bauen wollen. Doch dann kam die Asienkrise, das Geld floss zähflüssiger und es reichte bei allen drei Gebäuden nur für den unteren Stock. Oben ragen noch immer halbfertige Ziegelmauern in die Luft.

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