Category Archives: Nepal

Das Wunder an der Grenze: Von Nepal nach Indien

Da die Weiterreise andauerte, musste ich im Park die Zähne putzen...

Ich habe mir eigentlich vorstellt, dass er ein Hindernislauf werden könnte. Angefangen hat es damit, dass ich bei der Ausreise festgestellt habe, dass ich mein nepalesisches Visum einen Tag überzogen habe. Die rechnen die 15 Tage irgendwie anders als ich dies tun würde. Um dies zu vertuschen, kam ich auf die Idee, beim Ausreiseformular einfach ein falsches Datum reinzuschreiben – er hat es nicht mit den Angaben auf dem Visa verglichen und schon hatte ich den nötigen Stempel. Die Einreise nach Indien hat mich allerdings schon länger Sorgen bereitet.

Lumbini: Im Disneyland der Buddhisten

Dieses Gebäude schützt den Stein, auf dem Siddharta Gaudama vor rund 2500 Jahren geboren wurde.

Dieses Gebäude schützt den Stein, auf dem Siddharta Gaudama vor rund 2500 Jahren geboren wurde.

Wenn es so etwas wie ein Disneyland für Buddhisten gäbe, dann würde es wohl kaum anders aussehen als Lumbini, das kurz vor der Grenze zwischen Nepal und Indien liegt. Der Ort ist deswegen bekannt, weil hier vor rund 2500 Jahren Siddharta Gaudama zur Welt kam – also der Prinz, der später den Buddhismus begründete. Mehr dazu hier. Da Gaudama im Gegensatz zu anderen Religionsstiftern nicht nur eine historische Persönlichkeit war, sondern darüberhinaus schon vor Geburt aus eine bedeutende gesellschaftliche Stellung inne hatte, weiss man noch heute genau, wo das Kind zur Welt kam. Um den Stein, auf dem die Mutter Mahamaya ihrem Gemahlen, dem König Shuddhodana, einen Sohn zur Welt brachte, wurde ein kleiner Tempel erreichtet und um diesen herum einen Religionspark.

Pokhara: Trekking für Anfänger

Der See Begnastal kurz vor dem Unwetter

Das erste Bild von Pokhara war kein gutes – und das sollte sich auch nicht ändern. Kaum stieg ich aus dem Bus aus, begann es zu schütten. Bis ich ein Hotel gefunden hatte, war ich bereits total durchtränkt. Um die Kleider zu trocken, versuchte ich, den Ventilator einzuschalten, doch auch hier: Stromausfall. Pokhara gilt als zweiwichtigste Touristendestination von Nepal, doch an der Stadt selbst liegt das nicht. Sie ist eine hässliche Aneinanderreihung von schäbigen Hotels, überteuerten Läden und Secondhand-Buchläden. Zwar wäre die Stadt an einer hervorragenden Lage an einem See gelegen, doch auch hier wurde die Chance vertan, eine attraktive Seepromenade zu bauen.

Boxenstop in Bandipur

Zerfallenes Gebäude im Zentrum von Bandipur

Kaum Beinfreiheit, endlose Kurven und Schlaglöcher in einem Tata: So gestalten sich in Nepal die Fahrten über weitere Distanzen. Die in ihrem sehr schön geschmückten Busse entschädigen mit ihrer Dekoration die Strapazen nur für eine kurze Zeit. Vielleicht werde ich langsam alt, aber  wenn immer sich eine Möglichkeit bietet, versuche ich inzwischen, längere Reise in zwei Teile zu zerlegen. Zwischen Kathmandu bietet das Dorf Bandipur eine solche Gelegenheit.

Kathmandu: Die Stadt der Tempel

Ausblick auf Katmandu

Es ist schon seltsam: Das bisherige Leben scheint bis zu einem gewissen Grad zu bestimmen, wen man in der Ferne kennenlernt.  So war das auch in Katmandu, wo ich in meinem Hotel im Stadtteil Boudha die Chinesin Lan aus Peking traf.  Die 30-Jährige arbeitet in der chinesischen Hauptstadt bei einer internationalen Werbeagentur und hat eine heimliche Leidenschaft: Sie verehrt den Dalai Lama. In China ist das bereits ein kleineres Verbrechen. Man darf zwar über ihn reden und unterschiedliche Standpunkte vertreten – aber wer den nach chinesischer Lesart bösartigen Separatisten ins Herz geschlossen hat, kann damit bei Freunden kaum punkten.

Vorwort zur Indienreise

Kaum ein Reiseführer oder Reisebericht, stellt das Land, das er thematisiert ,nicht als ein „Land der Gegensätze“ vor. Das stimmt zweifellos auch für den indischen Subkontinent mit seinen zahlreichen Ethnien und höchst unterschiedlichen Religionen. Dies führt dazu, dass viele Indienreisende starke Partikularinteressen haben. Auf meiner Reise sind mir Musiker begegnet, welche sich für die klassische indische Musik faszinieren, Entwicklungshelfer und Menschen, die hier eine Spiritualität suchen, die es in Europa nicht mehr gibt. Dazu kommt ein grosser Bulk an Weltenbummeler, die Indien wegen seiner günstigen Preise lieben. Auch ohne gross sparen zu wollen, habe auch ich kaum mehr als zehn Euro pro Tag auf dieser Reise ausgeben.

Wie es scheint, sind jedoch alle diese Menschen etwas schreibfaul, denn im Internet gibt es nur wenige Reiseblogs zu Indien. Auch ich habe in den letzten Jahren immer weniger über meine Reisen geschrieben. Deswegen nahm ich mir vor, die Reise sehr ausführlich zu dokumentieren, zumal es vielleicht für eine längere Zeit meine letzte grössere Reise sein wird. Nachdem ich meine Stelle in China gekündigt habe, will ich die Firma, die ich übernommen habe, in ein Journalismusbüro verwandeln.

Geplant habe ich in etwa die Route, die auf der untenstehenden Karte eingezeichnet ist. Fragen zur Reiseplanung und so weiter beantworte ich gerne im Indienforum:

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