Category Archives: Iran

Kühle Gräber und zuckersüsse Volvos

Liebe Freunde,

mittlerweile bin ich von meinem ereignisreichen Trip nach Hause gekommen und sitze an meinem Computer, um Euch Schoggi essend von meinen letzten Erlebnissen zu berichten.

In einem Park in Yazd mit meiner "Ehefrau" Mio

Das letzte Mal habe ich mich aus Esfahan gemeldet. Von dort sind wir weiter nach Yazd gefahren, einer iranischen Wüstenstadt mit einer recht ausgedehnten Altstadt voller engen Gässchen, verwinkelten Ecken und den omnipräsenten Kühltürmen. Da es in der Gegend sehr heiss werden kann, wurden die Häuser traditionell mit speziellen Aufsätzen versehen, welche die Luft in die Gebäude umleiten und dank der damit erreichten Zirkulation wohltuend kühlend wirken. Da ich aber sowieso in einem klimatisierten Hotelzimmer wohnte, hatten diese Türme für mich nur eine architektonische Bedeutung.

Schweinische Visareien und kartenspielende Kopftücher

Hallo Leute,

da dies hier das erste Internetcafe ist, das ich seit meiner Einreise in den Iran gesehen habe, nahm ich die Gelegenheit wahr, um ein kleines Mailchen an alle zu schicken. Ich bin zwar erst seit ein paar Tagen im Iran, doch so vieles ist so sehr anders als ich es mir vorstellt habe und das lässt mir keine Ruhe, bis ich davon berichte. Ich bitte deshalb um Nachsicht, dass ich schon wieder mit meinen Geschichten aus der Ferne langweile.

Super-delux-Bus (Tabrizterminal)

Nunja, der erste Eindruck von Iran war eigentlich die Botschaft in Erzurum. Wir hatten grosses Glück und dieser Eindruck wurde für ein guter – normalerweise äussern sich die meisten Touristen eher negativ dazu, wieder andere geben es gleich auf und reisen nach Syrien oder in ein anderes „anständiges“ Land, ohne dabei zu ahnen, was sie verpassen. Die Sache ist nämlich die, das die ganze Visumgeschichte eine grossangelegte Schweinerei ist. Die Bestimmungen, wer ein Visum bekommt und wer nicht, sind alles andere als klar. Viele Leute gehen auf die Botschaft, und werden dort vom Botschafter höchstpersönlich darauf hingewiesen, dass sie mit einer „geführten Tour“ reisen müssen. Das ist natürlich nicht wahr. Etwas anderes müssen sie jedoch tun: ein Reisebüro aufsuchen (der Botschafter gibt die Adresse und betont, dass es kein anderes sein könnte) und einen Aufpreis von 80 Dollar für die besagte „geführte Tour“ hinblättern, die aber letztlich nichts anderes ist, als ein Bestechungsgeld, welches sich der Botschafter und das Reisebüro teilen.

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