Category Archives: Belize

Flores, 23. 9. 98

Guten Abend zusammen,

Unwetter über Flores

Unwetter über Flores

ich befinde mich hier in Flores in Guatemalas Urwald in der Nähe von Tikal. Gestern war das Wetter hier so schrecklich, dass sie Probleme mit ihren Telefonleitungen haben. Anscheinend funktionieren diese Kupferleitungen nur noch ganz selten, deshalb schreibe ich dieses Mail auch von einem festen Account aus. Also antwortet nicht hierher, sondern an meine übliche.
Gestern bin ich von Belize mit einem Bus durch den Jungle hierher gefahren. Die Fahrt war sehr lustig, da ich einen dieser ganz billigen Zweitklassbusse genommen habe, welcher in jeder Kurve auseinanderzubrechen drohte. Und Überfallen worden bin ich auch nicht…

Weg in Caulker Caye

Weg in Caulker Caye

Belize war ein sehr eigenartiges Land. An allen Ecken fand man Schwarze, welche Drogen verkaufen wollten. Wenn man diese dann nicht kaufen wollte, dann haben sie sie einfach selber genommen. Folglich war die ganze Insel immer ein bisschen high. Das war aber eher lustig. Allerdings bin ich nur sehr kurz in dem Land geblieben, weil alles so unglaublich teuer ist. Also etwa so wie bei uns in der Schweiz. (Vor allem im Vergleich zu meinem drei Franken Hotel, dass ich hier in Guatemala mit einem deutschen Knasti teile und der mit Fieber im Bett liegt und mir nicht glauben will, dass es Malaria haben könnte). Auf Caulker Caye, jener Insel an der Karibikküste von Belize habe ich eine eindrückliche Schnorcheltour gemacht. Vor Belize befindet sich da zweitgrösste Barrierriff der Welt. Die Unterwasserwelt ist dort so reichhaltig wie in den Taucherfilmen, die wir aus dem Fernsehen kennen. Es gab dort sogar Haie, die aber aber nicht gefährlich sein sollen. Einen habe ich sogar gestreichelt, als ihn unser Schnorchelführer hielt. Die Haut des Haies fühlte sich wie Schmirgelpapier an.

Belize City

Belize City

Das Schlimmste was ich von Belize gesehen habe, was Belize-City, denn dort ist die Kanalisation oberirdisch, weshalb die ganze Stadt zum Himmel stinkt. Das erinnerte mich daran, wie es in Basel gewesen sein muss, als es den Birsigkanal noch nicht gegeben hat. In der alten Hauptstadt blieb ich aber nur kurz, da ich nur schlimmes gehört habe: zwei grosse Schwarze sollen einem die Stadt zeigen wollen und wenn man diesem entgeltlichen Angebot nicht folge leisten will, wird man ziemlich heftig dazu genötigt.

Und nun hier, mitten im Urwald an einem kleinen See (Peten Itza) ist es unheimlich heiss und drückend. Ein Typ meinte hier, dass es um die 45° werden würde. Dass es so heiss ich, glaube ich zwar nicht, aber es ist schon heftig. Deshalb kaufte ich mir eine jener Vier-Liter-Mineralwasser-Flaschen, die es hier gibt. Ich denke die werde ich brauchen können. Heute habe ich mir übrigens die erste kleine Magenverstimmung geholt. Aber das Immodiumpäckchen liegt immer noch unangetastet.

Haie

Haie

Weiter gibt es nichts Neues zu berichten. In den nächsten Tage werde ich nach Tikal fahren, was ich mir ganz unbedingt noch ansehen möchte. Ausserdem gibt es irgendwo noch ein Naturschutzgebiet, das auch ganz eindrücklich sein soll. Wo ich danach hingehe, das muss ich noch sehen und hängt vom Strassenzustand ab. Die sind hier nämlich durch den Urwald nicht asphaltiert und somit während der Regenzeit teilweise nicht passierbar. Es gibt aber verschiedene Strassen und zudem noch eine Flugverbindung.

Also bis bald einmal und alles Gute, oliver

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