Category Archives: Australien

Die letzte Etappe: Cairns in Sichtweite

Die Strassen werden nach und nach wieder besser

Auf der Reise durchs Outback hatte ich immer mal wieder am Strassenrand angehalten und das Fieberthermometer auf der Schattenseite aus dem Fenster gehalten. Meistens zeigte es um die 40 Grad an. Es war nicht möglich, die Klimaanlage länger als ein paar Minuten ausschalten, da die Sonne das Auto sonst auf unangenehme Temperaturen aufgeheizt hatte. Als wir dann auf der Karte sahen, dass wir uns einem Gebirge näherten, gaben wir Gas. Wir wollten so schnell wie möglich in eine andere Klimazone.

Quer durch die Northern Territories

Verlassene Mine am Savannah-Weg

Mittlerweile habe ich die Grenze nach Queensland überschritten und kann auf den Teil meiner Australienreise zurückblicken, der mich durch die Nortern Territories führte . Dieser zweite Teil der Reise gefiel mir bedeutend besser. Zum einen sicherlich deswegen, weil die Nationalparks im Norden schlicht schöner sind. An kaum einem Ort fühlte ich mich so entspannt wie in dem Flüsschen, das zur Kante der Jim Jim Falls führt, aber vorher im Sand versickert. Nirgendwo hatte ich eine so gute Fernsicht wie an ebendieser Karte. Dicht darauf folgten die Felspools im Litchfield Nationalpark oder die beiden Thermalquellen von Materanka. Zum anderen begann ich mich damit abzufinden, dass Australien kulturell wenig zu bieten hat und ich meine Reise als Badeferien betrachten muss.

Vom Lake Agyl und weiteren kleinen Gewässern

Ein weiterer Schlafplatz

Vor ein paar Tagen fuhr ich zum Argylsee, dem grössten Trinkwassersee Australiens. Er befindet sich etwa 70 Kilometer südlich der Kleinstadt Kununurra  am Ostrand der Kimberley-Region. Ein Tourist erzählte mir, dass der See mittels einer grossen Sprengung gebaut worden sei, das habe er so im Reiseführer gelesen. Das konnte ich mir zwar schwer vorstellen, aber dann kam mir ein Projekt in Sinn, das Stalin in den frühen 1950er-Jahren angeregt hatte: Er wollte der Gegend um den Aralsee, die sich hervorragend für den Anbau von Baumwolle eignet, Wasser aus der Lena zuführen. Den rund 2000 Kilometer langen Kanal hätte er mit einer Reihe von Atombomben ausgehoben. So weit kam es bei den Sowjets zum Glück nicht. Ein paar Tage später überprüfte ich die Angeben und stellte fest, dass der See 1971/1972 durch den Bau einer Talsperre entstand. Ich fand nie heraus, ob es tatsächlich irgendwo einen  Reiseführer mit solchen seltsamen Angaben gibt.

Gibb-River-Road: Nur die Marsmenschen fehlen

Parkplatz an der Gibb-River-Road

Ich mache eine interessante Entdeckung: Wenn ich beschleunige, beginnt unser Range Rover immer stärker zu rütteln und knirschen, bis es irgendwann – ab etwa 70 Stundenkilometer – plötzlich ruhig wird. Nun fahre ich so schnell, dass die Reifen nicht mehr bei jeder Bodensenkung bis ganz unten gelangen. Ich fliege also gewissermassen von Erhebung zu Erhebung. Steuern lässt sich das Fahrzeug auf diese Weise natürlich nicht mehr so leicht. Obwohl die Strassen endlos gerade sind, empfinde ich das am Anfang als unangenehm. Ich versuche daher immer genau an der Grenze zu fahren, an der das Rattern gerade aufhört. Mio hat da weniger Probleme damit. Wenn sie am Steuer ist, fahren wir deutlich schneller durch die Gegend.

Broome: Ade, ihr endlosen Strände

Die erste Übernachtungsstelle im Outback

Ein letzter Check vor der Abfahrt. Die Reifen scheinen in Ordnung, der Tank ist voll. Auf dem Rücksitz liegen zwischen den Rucksäcken rund 40 Liter Mineralwasser, in der Kühlbox dahinter lagern Lebensmittel für eine Woche. Wer eine Reise durch den Norden Australiens macht, darf nichts dem Zufall überlassen. Dazu ist die Gegend zu abgelegen, die Zivilisation zu weit entfernt. Und vor allem: Wir haben mit dem Handy keinen Empfang.

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