Broome: Ade, ihr endlosen Strände

Die erste Übernachtungsstelle im Outback

Ein letzter Check vor der Abfahrt. Die Reifen scheinen in Ordnung, der Tank ist voll. Auf dem Rücksitz liegen zwischen den Rucksäcken rund 40 Liter Mineralwasser, in der Kühlbox dahinter lagern Lebensmittel für eine Woche. Wer eine Reise durch den Norden Australiens macht, darf nichts dem Zufall überlassen. Dazu ist die Gegend zu abgelegen, die Zivilisation zu weit entfernt. Und vor allem: Wir haben mit dem Handy keinen Empfang.

Der Cable Beach in Boome

Wir befinden uns in Broome, einem kleinen Ort an der Westküste Australiens. Der kleine Ort war einst wichtig für die Perlenproduktion: 80 Prozent des Weltbedarfs sollen hier auf dem Meeresboden gefunden worden sein.

Längst spielt dieser Wirtschaftszweig keine bedeutende Rolle mehr. Heute lebt der Ort mit seinen rund 15000 Einwohnern vor allem vom Tourismus. Der Cable Beach mit seinem weissen Sand, dem leuchtend blauen Wasser und den Kamelen, die Touristen in den Sonnenuntergang reiten, ist gleichsam die neue Perle des Orts.

Ich hatte hier zwei Tage lang darauf gewartet, dass sich Mio zu mir gesellt und war froh, die Reise ins australische Outback endlich starten zu können. Die einsamen Spaziergänge am Strand waren mir nach einer Weile doch etwas zu langweilig geworden, zumal man wegen der Qualen ohnehin nicht baden kann.

Wir starten also den Wagen und steuern in die entgegengesetzte Richtung. In den nächsten drei Wochen wollen wir dem Savannah Way immer in Richtung Osten folgen. Diese Route war kürzlich von der australischen Tourismusbehörde geschaffen worden, mit dem Ziel durch ein cleveres Branding, mehr Reisende in den Norden des Landes locken. Der Blick auf die Landkarte zeigt, dass diese Route ein grosses Potential hat: Sie verbindet nicht nur die Ost- und die Westküste, sondern führt auch an über 15 Nationalparks vorbei.

Der Strand von Broome ist voller Qualen, welche die Flut ans Land gespült hat. Baden macht hier nicht an.

Doch dazwischen liegt vor allem eines: pure Einöde. Nach wenigen Kilometer verwandelt sich die Gibb River Road in eine Schotterpiste, der man leicht zuschreiben würde, dass sie eine der abgelegensten Strassen der Welt ist. Sie wurde vor bald fünfzig Jahren angelegt, um Schlachtvieh von den entlegenen Farmen der Kimberley-Region nach Derby zu transportieren. Auch heute trifft man hin und wieder auf einen der schweren Laster mit jeder Menge Tieren. Hier sehe ich zum ersten Mal die australische Eigenheit: Lastwagen mit zwei Anhänger wagen.

Was man jedoch überraschenderweise auch immer wieder sieht: Fahrradfahrer, die sich alleine durch die staubige Hitze quälen. Wir haben uns angewöhnt, ein paar Glacés und kalte Colas für die Fahrradfahrer im Kühlschrank mitzuführen.

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