Donnerstag , September 5 2019
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Boxenstop in Bandipur

Zerfallenes Gebäude im Zentrum von Bandipur

Kaum Beinfreiheit, endlose Kurven und Schlaglöcher in einem Tata: So gestalten sich in Nepal die Fahrten über weitere Distanzen. Die in ihrem sehr schön geschmückten Busse entschädigen mit ihrer Dekoration die Strapazen nur für eine kurze Zeit. Vielleicht werde ich langsam alt, aber  wenn immer sich eine Möglichkeit bietet, versuche ich inzwischen, längere Reise in zwei Teile zu zerlegen. Zwischen Kathmandu bietet das Dorf Bandipur eine solche Gelegenheit.

Der kleine Ort, der mehr oder weniger aus einer einzigen Strasse besteht, die einem Bergkamm folgt, ist ein durchaus ansehlicher Ort mit alten, teilweise verfallen Stein- und Holzhäusern. Da Bandipur relativ hoch gelegen ist, soll man auch einen hervorgenden Blick auf die umliegenden Berge haben – wenn es das Wetter zulässt. Da Lan in die gleiche Richtung wollte und ebenfalls ein Trekking in Pokhara plante, konnte ich sie davon überzeugen, mit mir gemeinsam die Reise zu unterbrechen. Wir fanden ein schönes Hotel mit einem eigenen Gemüsegarten, wo wir uns beide ein Zimmer nahmen.

Historisches Zentrum von Bandpipur

Da wir nur eine Nacht in Bandipur blieben und entschlossen, am nächsten Tag gegen Mittag weiter zu reisen, hatte ich nur Gelegenheit, meine Zeit mit zwei Dingen zu verbringen. Zunächst einmal las einiges zur Geschichte von Bandipur. Es handelt sich dabei offenbar um ein Magar-Dorf, dass seine Blütezeit im 19. Jahrhundert erlebte und in der Folge einen ständigen Abstieg durchlief. Der einstige Wohlstand lässt sich aber noch immer an den edlen Handelshäusern erkennen, der dadurch entstand, dass sich Geschäftsleute am früheren Kreuzungspunkt der alten Handelswege von Indien nach Tibet und von Kathmandu nach Jumla ansiedelten. Doch irgendwann kam in den späten 1960ern im Tal die Strasse – und für Bandipur der Anfang vom Ende. Der Handel versiegte fast schlagartig, zumal bis 1998 nur eine unbefestigte Strasse zwischen Dumre im Tal und Bandipar bestand. Die frühere Bedeutung der ORtschaft zeigt sich ausserdem in einer ungewöhnlich grossen Bibliotheke im Ort.

Eine Wanderung am Morgen vor der Weiterreise

Am nächsten Morgen unternahmen wir eine kleine Wanderung. Dabei besuchten wir zuerst ein kleines Resort, wo wir ein Frühstück bei einer hervorragender Aussicht einnahmen. Die Corn Flakes, die ich bestellt hatte, waren alledings alles andere als lecker. Hinter der Hotelanlage gibt es zahlreiche Wanderwegs. Gerne wäre ich ein bisschen länger hier geblieben und hätte gezeltet. Aber die Zeit drängte, wenn wir den Bus nach Pokhara nicht verpassen wollten.

 

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