Donnerstag , September 5 2019
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Bhopal: Ein Nachmittag im ethnologischen Museum

Eines der Ausstellungsobjekte im ethnologischen Museum von Bhopal.

Ich weiss nicht, was es war, das den Ausschlag gegeben hat, die Reise in Bhopal zu unterbrechen. Vielleicht weil der Name wegen des Chemieunfalls geläufig war? Nach einer Explosion, bei der im Jahre 1984 kamen je nach Schätzung bis zur 28.000 Menschen in der Giftgaswolke ums Leben. Die Folgen sind bis heute spürbar, wie sich in diesem Artikel zeigt.

Im ethnologischen Museum von Bhopal

Touristisch ist die Stadt indes nicht sonderlich interessant. Einzig das ethnologische Museum hat Einiges zu bieten. Nebst einem Innenbereich gibt es Nachbauten von typischen Wohnhäuser der zahlreichen Minderheiten in Indien. Die einfachen Hütten, die häufig aus Lehm gestampft sind, sollen jeweils von Angehörigen der betreffenden ethnischen Gruppen errichtet worden sein.

Es ist heiss und auf dem ganzen Gelände gibt es nirgends einen Kiosk, wo man etwas zu trinken kaufen könnte. Ich gehe also zu einem Verwaltungsgebäude, wo mich gleich der Direktor zu einem Kaffee einlädt. (Ich wollte zwar was Kühlendes trinken, aber im Büro gab es wenigstens eine Klimaanlage). Als ich ihm erzählte, dass ich Ethnologie studiert hatte, wollte er alles über ethnologische Museen in der Schweiz wissen. Anschliessend begann er zu erklären, wieso das Museum in Bhopal so gut ist. Der Grund lief immer auf eines hinaus: Bhopal befindet sich ziemlich genau in der geographischen Mitte von Indien. Es hat somit also zu keiner Minderheit eine besonders grosse Distanz. Ausserdem können Besucher aus dem ganzen Land relativ leicht Bhopal erreichen. Ich frage mich, ob wirklich viele Leute nur für das Museum durchs halbe Land reisen.

 

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