Monthly Archives: April 2010

Amritsar: Speisen im Goldenen Tempel

Ein Bad im heiligen Wasser soll das Karma verbessern.

Der Goldene Tempel ist der Hauptgrund, wieso die meisten Reisenden nach Amritsar kommen. Das Gebäude, das – bei allem nötigen Respekt – ein bisschen wie ein etwas kitschig geratener Bahnhof aussieht, ist das wichtigste Heiligtum in der Religion der Sikhs, eine im 15. Jahrhundert entstandene monotheistische Religion mit heute rund 23 Millionen hauptsächlich in Indien lebenden Anhängern. Allerdings muss ich gestehen, dass es mir schwerfiel, die zentralen Glaubensinhalte der Region zu verstehen, weshalb ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen will. Der Tempel kam 1984 in die internationalen Schlagzeilen, weil Radikale in ihm den Staat Khalistan ausriefen. Die indische Armee stürmte daraufhin den Tempel und tötete den Rebellenführer. Als Rache auf die Stürmung wurde die indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi von ihren Sikh-Leibwächtern ermordet.

Chandigarh: Planwirtschaft für Architekten

Eines der von Le Corbusier entworfenen Sichtbeton-Gebäude im Sektor 1 von Chandigarh.

Städteplanung ist für die Architektur etwa das, was Planwirtschaft für die Ökonomie ist. Deutlich wird dies ganz besonders in Chandigarh, einer Stadt mit einer ganz besonderen Geschichte. Als Indien und Pakistan im Sommer 1947 aus dem britischen Kolonialreich in die Selbständigkeit entlassen wurden, kam es zu einer neuen Grenzziehung, die mitten durch den Punjab ging. Die frühere Hauptstadt der Region, Lahore, ging dabei an Pakistan, so dass der indische Teil des Punjabs ohne Verwaltung blieb. Man entschloss sich also, in der Nähe des kleinen Dorfs Chandigarh einen neuen Regierungssitz zu bauen. Zunächst waren der amerikanische Städteplaner Albert Mayer und sein Partner Matthew Nowitzki mit der Planung beauftragt worden, doch bevor der Bau begann, verunglückte Nowicki tödlich. Der Schweizer Architekt Le Corbusier bekam schließlich den Auftrag. Nach der Abspaltung des Hindi sprechenden Punjab wurde Chandigarh, das direkt von der Zentralregierung aus Neu Delhi regiert wird, die Hauptstadt von zwei Provinzen. Dies ist vermutlich eine recht einzigartige Situation.

Shimla: Klassenkampf in der Hill Station

Das Stadtzentrum von Shimla.

Das kleine Städtchen Shimla ist der Hauptort der Provinz Himachal Pradesh und genauso wie Darjeeling eine ehemalige Sommerresidenz der englischen Kolonialherren. Die Hill Station hat Charme und bietet eine ruhige Atmosphäre. Auch sind viele indische Touristen im Städtchen, mit denen ich in meiner Unterkunft plaudere. Ich kam in der YWCA unter, die sich etwas abgelegen an einem der höchsten Punkte der Stadt befindet. Von meinem Zimmer aus habe ich einen grandiosen Ausblick auf die Bergwelt. Das Stadtzentrum befindet sich leider in der anderen Richtung.

Naggar: Der Fluchtort der schwangeren Russin

Naggar: Fast wie in der Schweiz

Von Manali fuhr ich Naggar. Für die 22 Kilometer brauchte ich mit dem Bus ziemlich genau eine Stunde. Auf Grund der Nähe besuchen die meisten die Ortschaft als Tagesausflug von Manali aus. Ich wollte mir aber diese Stunde sparen und von dort aus direkt weiter in den Süden fahren.

Manali: Der Kampf der Ladenbesitzer

Der Kioskbesitzer Raj ist bei seinem Nachbarn nicht sehr beliebt.

Nachdem ich bereits in Kasol damit angefangen hatte, wieder etwas mehr für meinen alten Arbeitgeber in China zu übersetzen und zu schreiben, verbrachte ich die Woche in Manali vorwiegend mit meiner Arbeit. (Ich machte sogar ein längeres Telefoninterview mit einem österreichischen DAAD-Mitarbeiter, der derzeit in Peking Hochschulmarketing treibt und den ich zufällig im Flugzeug nach Malaysia kennenlernte.) Viel anderes hätte ich eh nicht tun können, denn Manali liegt noch einmal ein paar Meter höher als die anderen Orte und entsprechend kalt war es am Morgen und in der Nacht. Um unter der relativ dünnen Decke nicht frieren zu müssen, füllte ich immer heisses Wasser in meine Mineralwasser- und Cola-Flaschen und legte die zu mir ins Bett.

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