Monthly Archives: März 2010

Kasol: Dampfbad auf indisch

Am Fluss von Kasol

 

In Kasol ist man auf Besucher aus Israel bestens vorbereitet

Der Grund, dass ich Kasol überhaupt auf meine Route nahm: Ein israelischer Backpacker hatte mit den Ort in den allerwärmsten Farben ausgemalt. Als ich das kleine Bergdorf, das malerisch auf rund 1600 Höhenmetern zwischen steilen Bergen liegt und sich mit seinen vielen grünen Bäumen scheinbar im Wald versteckt, schließlich erreichte, wurde mir auch bald klar wieso: Der Ort ist so etwas wie ein Paradies für Israelis. Die Läden und Hotel sind auf Hebräisch angeschrieben, in den Restaurants wird koscheres Essen angeboten. In den zwei Tagen, die ich dort verbrachte, traf ich fast ausschließlich Leute aus dem nahöstlichen Land.  Böse Zungen bezeichnen Kasol auch als Vorort von Tel Aviv. Mir gefiel der Ort aber. Ich fand ein sehr ansprechendes Hotel mit einem grossen Balkon und einem Internetcafé nebenan. Hier konnte ich in Ruhe ein paar Artikel für meinen früheren Arbeitgeber in China übersetzen und mir auf diese Weise etwas dazuverdienen.

Brechstunde in Mandi

Es war eigentlich nicht mein Plan, in Mandi einen Stop einzulegen. Aber die Strecke zwischen Dharamsala und Kasol war so kurvenreich, dass es mir irgendwann übel wurde. Ausserdem war es bereits nach Mitternacht und ich hatte wenig Lust, eine weitere Nacht sitzend zu verbringen. Da ich glücklicherweise auf dieser Reise unter keinerlei Zeitdruck stehe, entschloss ich mich, den Bus zu verlassen und das restliche Ticket verfallen zu lassen. Der Lonely Planet bezeichnete zudem die Ortschaft als einen den wenigen Orte  auf der Route als sehenswert. Die Stadt, die inmitten grüner Hügel liegt und durch die sich der Byās-Fluss schlängelt, der angeblich nach dem alten vedischen Weisen Vyāsa benannt ist, ist durchaus eine freund­liche Stadt, wie ich am nächsten Morgen feststellen konnte.

Dharamsala: Propaganda und Gegenpropaganda

Etwas oberhalb der Stadt

Das erste, was mich in Dharamsala empfing, war ein kleine Foto von Hu Jintao, dem chinesischen Staatspräsident. Daneben waren drei weitere hochrangige Politiker der Volksrepublik abgebildet. Das Plakat hatte die Überschrift „Die Tibet-Schlächter“. Um diese Aussage gleichsam zu unterstreichen, wurden blutige Fotos von Tibetern gezeigt. Manche der abgebildeten Opfer sind offensichtlich gefoltert worden, andere erschossen. Allen war jedoch gemein, dass sie von China unterdrückt wurden. Dieses Plakat zeigte mir, wo ich gelandet war: Nach zwei Jahren bei der chinesischen Propaganda war ich nun im Nest der Gegenseite angelangt.

Das Wunder an der Grenze: Von Nepal nach Indien

Da die Weiterreise andauerte, musste ich im Park die Zähne putzen...

Ich habe mir eigentlich vorstellt, dass er ein Hindernislauf werden könnte. Angefangen hat es damit, dass ich bei der Ausreise festgestellt habe, dass ich mein nepalesisches Visum einen Tag überzogen habe. Die rechnen die 15 Tage irgendwie anders als ich dies tun würde. Um dies zu vertuschen, kam ich auf die Idee, beim Ausreiseformular einfach ein falsches Datum reinzuschreiben – er hat es nicht mit den Angaben auf dem Visa verglichen und schon hatte ich den nötigen Stempel. Die Einreise nach Indien hat mich allerdings schon länger Sorgen bereitet.

Lumbini: Im Disneyland der Buddhisten

Dieses Gebäude schützt den Stein, auf dem Siddharta Gaudama vor rund 2500 Jahren geboren wurde.

Dieses Gebäude schützt den Stein, auf dem Siddharta Gaudama vor rund 2500 Jahren geboren wurde.

Wenn es so etwas wie ein Disneyland für Buddhisten gäbe, dann würde es wohl kaum anders aussehen als Lumbini, das kurz vor der Grenze zwischen Nepal und Indien liegt. Der Ort ist deswegen bekannt, weil hier vor rund 2500 Jahren Siddharta Gaudama zur Welt kam – also der Prinz, der später den Buddhismus begründete. Mehr dazu hier. Da Gaudama im Gegensatz zu anderen Religionsstiftern nicht nur eine historische Persönlichkeit war, sondern darüberhinaus schon vor Geburt aus eine bedeutende gesellschaftliche Stellung inne hatte, weiss man noch heute genau, wo das Kind zur Welt kam. Um den Stein, auf dem die Mutter Mahamaya ihrem Gemahlen, dem König Shuddhodana, einen Sohn zur Welt brachte, wurde ein kleiner Tempel erreichtet und um diesen herum einen Religionspark.

Pokhara: Trekking für Anfänger

Der See Begnastal kurz vor dem Unwetter

Das erste Bild von Pokhara war kein gutes – und das sollte sich auch nicht ändern. Kaum stieg ich aus dem Bus aus, begann es zu schütten. Bis ich ein Hotel gefunden hatte, war ich bereits total durchtränkt. Um die Kleider zu trocken, versuchte ich, den Ventilator einzuschalten, doch auch hier: Stromausfall. Pokhara gilt als zweiwichtigste Touristendestination von Nepal, doch an der Stadt selbst liegt das nicht. Sie ist eine hässliche Aneinanderreihung von schäbigen Hotels, überteuerten Läden und Secondhand-Buchläden. Zwar wäre die Stadt an einer hervorragenden Lage an einem See gelegen, doch auch hier wurde die Chance vertan, eine attraktive Seepromenade zu bauen.

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