Monthly Archives: Mai 2008

Zu Besuch auf einer Hochzeit in Peking

Vor ein paar Wochen stand in einer chinesischen Zeitung, dass sich immer mehr Paare keine Hochzeit mehr leisten könnten. Der Grund ist die starke Inflation. Vor allem Lebensmittel sind massiv teurer geworden. Zum Beispiel kostet Schweinefleisch nun etwa 70 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Wenn man weiss, dass eine chinesische Hochzeit sowieso ein ‚grosses Fressen‘ ist, erstaunt die Aussage kaum.

Genauso wenig, dass Leute zunehmend Alternativen suchen. So steigt auch in China die Tendenz zum so genannten Weddingmoon – das junge Paar unternimmt also nicht einfach eine Reise nach der Hochzeit, sondern heiratet gleich unterwegs. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, das leuhtet ein. Etwas seltsamer erschien mir der Trend zu Gruppenhochzeiten – wohl eine chinesische Eigenheit. Hier organisiert der Betrieb eine Hochzeit für alle Heiratswilligen der Belegschaft. Jeder darf nur eine handausgelesene Zahl von Gästen mitbringen. Klar geht es nicht um Exklusivität, sondern um die Kosten.

Schläge im Hutong

Es gibt Tage, an denen fühle ich mich in China wie zu hause. Der vergangene Samstag war einer von ihnen. Julia, eine chinesisch-amerikanische Assistenzprofessorin, hat mich eingeladen, sie auf eine Party von Künstlern zu begleitet. Die Fete findet im Studio eines befreundeten Artisten  irgendwo im Nordwesten des Stadtzentrums statt. Ein schöner Raum in einer Hutong-Gegend. Die Gäste sind praktisch ausschliesslich Ausländer. In dem kleinen Atelier ist es drückend heiss, die meisten Leute stehen vor der Tür und plaudern auf der Strasse.

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