Monthly Archives: Juni 2006

Zensierte Sommerspiele und Drogen dealende Uniparties

Liebe Freunde,

nun bin ich schon seit bald einer Woche in Peking und werde wohl noch rund eine weitere Woche bleiben.

Glitzerwelt in Peking

Es ist immer interessant, in eine Stadt zurückzukehren, die man schon seit Jahren kennt. Für mich ist das nun das dritte Mal, dass ich innerhalb der letzten sechs Jahre in Peking bin. So lässt sich beobachten, wie sich die Stadt verändert, wie sich die Menschen verändern, wie die Dynamik der Stadt, die Hoffnungen und Ängste sich durch alle Bevölkerungsschichten zieht. Peking ist eine Stadt im Fluss und offenbar für viele ein Goldgräberort. Gerade die olympischen Spiele, die hier in zwei Jahren stattfinden werden, bewegen und verändern die Stadt. Dies nicht nur, weil Peking nun endlich ein angemessenes U-Bahnsystem bekommt (in rasantem Tempo werden hier in wenigen Jahren rund zehn neue Linien unter der Stadt durchgezogen – derzeit existieren drei). Sondern auch weil man ständig auf Leute trifft, die irgendwie in die Vorbereitungen involviert sind. Zum Beispiel dieser Pferdenarr. Seinen Namen konnte ich mir leider nicht merken und die Visitenkarte nicht lesen, aber er leitet eine der großen Pferdesportvereine hier in China und setzt sich für die Legalisierung von Pferdewetten ein. Dies sei eine tolle Sache: mit den Steuern und den Gewinnen könnten zum Beispiel Kinder- und Obdachlosenheime finanziert werden. Was aber der Wettfreund bei aller Begeisterung natürlich nicht erwähnte, ist das Riesengeschäft das dahinter steht. Nun jedenfalls versucht er und seine Organisation bei der Regierung zu lobbyieren und rechnet sich durchaus Chancen aus. Gleichzeitig ist er aber auch in diesem Komitee, welches für Olympia den Reitsport organisiert. Übrigens in Hongkong, weil man in Festlandchina angst habe, dass die Renntiere sich mit Krankheiten anstecken könnten…

Geprellte Zeitzonen und strenggläubige Fahrstühle

Liebe Freunde,

Einkaufsstrasse von Nanning

nach einer langen Mailpause ist es an der Zeit, dass ich mich mal wieder melde. Momentan befinde ich mich in Wuhan – einer größeren Stadt so ziemlich in der Mitte von China. Die Tage zuvor war ich von Dorf zu Dorf getingelt in den beiden Provinzen GuangXi und Guizhou. Die kleinen Dörfer sind ein idealer Ort, um dem Fußballfieber zu entgehen. Zwar scheinen sich in China sowieso die wenigsten Leute für die WM zu interessieren (wohl zum Teil, weil China vor vier Jahren zum ersten Mal mitspielte und gleich rausfaulte und zum anderen wohl auch weil China in einer optimalen Zeitzone liegt, um sämtliche Spiele zu verpassen. Selten war ich so froh, dass die Erde doch keine Scheibe ist!), aber auf dem Land ist man wirklich sicher: dort gibt’s nämlich kaum Fernseher.

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