Monthly Archives: April 2006

Wasserwerfende Journalisten und patroulierende Biergärten

Liebe Leser,

Grosses Kaliber für Pii Mai...

ich hoffe, ihr hattet allesamt schöne Ostern und seit wieder wohlbehalten vom Eier suchen zurück. Hier in Laos bin ich davon zum Glück verschont geblieben, dafür wurde am Wochenende ein anderes Festival gefeiert: Pii Mai Lao. Das ist eigentlich das buddhistische Neujahrsfest, das so ähnlich auch in Thailand, Burma und dem südchinesischen Yunnan gefeiert wird. Ursprünglich ging es bei diesem Fruchtbarkeitsritual darum, die Buddhastatuen zu waschen und sich in der angeblichen Trockenzeit (meiner Erinnerung nach hatte es allerdings weniger regnet, als ich das letzte Mal in der Regenzeit hier war) mit Wasser gegenseitig zu reinigen. Aus diesem reinigen hat sich mittlerweile eine landesweite, dreitägige Wasserschlacht entwickelt, von der auch ich nicht verschont blieb. Nachdem ich gestern praktisch alle meine T-Shirts und Hosen Nass gemacht habe, verschanze ich mich heute im Internetcafe, um wenigstens so lange trocken zu bleiben, bis ich meine anderen Kleider wieder anziehen kann. Wobei: so einfach machen es einem die Wasser werfenden Kinder auch nicht. Denn in dem Wasser befinden sich teilweise Eiswürfel oder Lebensmittelfarbe. So bin ich auch gestern überraschend durch einen vorbeifahrenden Lastwagen voller gröhlender Teenagers zu einem stolzen Besitzer eines gelben T-Shirts geworden. Macht nichts. Die Wasserschlachten machen eigentlich Spaß und bringen auch ein bisschen was ein, denn darüber sollte morgen in der baz ein Text von mir erscheinen. Mal schauen, ob das auch alles gut klappt…

Laotisches Rheinschwimmen und Dominospiele im Altersheim

Liebe Leute,

schon wieder ist Montag; und somit auch die ideale Zeit, um Euch einen weiteren kurzen Reisebericht zukommen zu lassen. Schließlich weiß ich ja, wie sehr es alle schätzen, am Montag früh im Büro- zu sitzen und zwischen dem zweiten und dritten Kaffee Erzählungen aus exotischen Gegenden zu lesen…

Ein Beer Lao am Mekong muss einfach sein...

Mittlerweile bin ich in der laotischen Provinzhauptstadt Vang Viang. Hier hat sich viel geändert, seit ich vor rund sechs Jahren das letzte Mal hier war. Während hier früher nur ein paar Imbissbuden waren und ein Fluss, auf dem man mit Schläuchen runterfahren konnten, hat sich hier ein regelrechtes Tourismuszenter gebildet. Auf der vormals recht einsamen Flussfahrt finden sich nun etwa alle drei hundert Meter kleine Beizen, wo man Beer Lao bekommt oder von einer Holzkonstruktion ins kühlende Nass springen kann (wenn nicht gerade andere Leute auf einem Schlauch durchfahren – da ist die Wahrscheinlichkeit groß, denn der Songfluss ist hier jeden Tag fast dichter beschwommen als der Rhein beim sommerlichen Rheinschwimmen in Basel). Zuerst dachte ich, dass ich traurig werden würde, wenn ich sehe, wie sich das Dorf verändert hat. Aber eigentlich gefällt es mir auch so, wie es jetzt ist und von meinen Erinnerungen hat es sich so sehr entfernt, dass ich nur noch mit intellektuellen Konstruktionen überhaupt noch an das anknüpfen kann, was ich damals gesehen und erlebt habe.

Demonstratives Nierenversagen und wund gelegene Wahlkreise

Liebe Freunde,

nun bin ich schon seit einigen Tagen hier in Bangkok und habe genügend spannende Dinge erlebt, um schon ein erstes kurzes Mail zu schreiben.

Moloch Bangkok

Die Stimmung hier in Bangkok ist derzeit ein bisschen angespannt. Der Hintergrund sind die Wahlen, die morgen stattfinden. Der Thaksim, der Premier von Thailand hat vor ein paar Wochen das Parlament aufgelöst, da er nach einem Korruptionsskandal eine Regierungskrise ausgelöst hat. Man muss sich das so vorstellen: Es heißt, er habe Gelder in Milliardenhöhe veruntreut und so sich ein riesiges Imperium aufbauen können. Das hat noch niemanden so wirklich gestört, immerhin scheint das zum festen Bestandteil der thailändischen Innenpolitik zu gehören. Der Auslöser des Skandals war dann, als Thaksim diese angeblich gestohlenen Firmen verkaufen wollte und öffentlich erklärte, dass er als Regierungschef keine Steuern zu bezahlen brauche. Nun gibt es hier seit Wochen Demonstrationen. Wütende Menschen laufen durch die Stadt mit Spruchbändern. Was darauf steht, kann ich zwar selber nicht lesen. Aber gemäß den lokalen Zeitungen steht da ziemlich klar, dass er zurücktreten solle.

Behalte mich mit Facebook im Augeschliessen
Powered by LikeJS
oeffnen
Dies ist der Footer Code