Monthly Archives: März 2005

Plastikbeben und redaktionelle Pappe

Hallo Leute,

ich wollte mich mal wieder kurz melden, nachdem es in Japan ein grosses Erdbeben gegeben hat und sich offenbar die Leute zu Hause um mich sorgen. Um es vorweg zu sagen: ich wäre fast am Ort des Geschehens gewesen, wenn der Zug nicht ausverkauft gewesen wäre. So musste ich mich also etwa 900 Kilometer entfernt vom Epizentrum mit einem schwachen Zittern „begnügen“. Mir geht es also blendend und ihr braucht Euch keine Sorgen um mich zumachen.

Mein k.eines "Büro" um die Ecke...

Mein Alltagsleben in Japan hat sich seit dem letzten Bericht nicht wirklich verändert. Nur ist es inzwischen viel wärmer geworden und ich habe meinen „Arbeitsplatz“ im Restaurant um die Ecke geräumt und gehe stattdessen in den Park zwei Ecken weiter, um dort meine Texte in den Computer einzugeben. Allerdings gehen mir langsam die Aufträge aus und ich verbringe inzwischen mehr Zeit mit dem „Plaudern“ mit verschiedenen Redaktionen als mit den Texten selbst. Das Problem ist nämlich, dass ich das perfekte Hochstapeln noch nicht so ganz beherrsche: einerseits muss ich mich ja zu einem erfahrenen Reiseautor hochstilisieren (was ich allerdings nicht wirklich bin) und andrerseits darf ich auch nicht soo dick auftragen, dass sie gleich zehn Arbeitsproben wollen (die ich gar nicht habe). Die Goldene Mitte ist also auch hier gefragt. Immerhin deale ich mit ein paar guten Adressen und wenn alles klappt wie ich will (und selbst wenn es nur die Hälfte ist), dann hat sich diese Zeit hier schon alleine wegen den Referenzen gelohnt.

Obdachlose Sushis und reissende Mieten (5.3.05)

Hallo Leute,

ich wollte mich mal wieder bei Euch melden. Die meisten von Euch dürften es mitbekommen haben: nach erfolgreichem Liz. bin ich gleich nach Japan abgedüst.

Mein Gaijin-Haus von aussen...

Die ersten paar Tage in Japan waren ziemlich stressig. Ich musste zuerst eine Wohnung finden und habe dabei verschiedene Sachen angeschaut. Das Problem bei japanischen Wohnungen ist ja, dass man neben der monatlichen Miete, die ja schon hoch genug ist, noch Trinkgeld, Bestechungsgeld, Schlüsselgeld und was-weiss-ich-Geld bezahlen müsste, so dass bereits etwa 5 Monatsmieten unwiderruflich verlocht sind, bevor man sein Loch überhaupt je betreten hat. Für Leute, die nur „kurz“ bleiben, sind das natürlich unzumutbare Kosten. Die einzige Alternative dazu sind so genannte Gaijin-Häuser. Die aufgeklärteren Japaner sprechen übrigens von Gaigokujin-Häusern, da streng genommen ersteres „Ausserirdische“ und nicht „Ausländer“ wie letzteres bedeutet. Die meisten kümmern sich aber um diesen kleinen Unterschied nicht.

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