Monthly Archives: September 2003

Misslungene Daumentheater und heimatlose Feuerwerkskörper

Hallo zusammen,

lange ist’s her, seitdem ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Allerdings sind auch nicht so viele spektakuläre Dinge geschehen, die es zum erzählen gedrängt hätten. Ich wohne noch immer bei der Familie Sato, also den Eltern von Sanae. Von hier aus unternehme ich verschiedenste Ausflüge und spreche noch immer mit Mama jeden Tag zwei Stunden Japanisch in der Küche…

Pyjama nach japanischer Art

Pyjama nach japanischer Art

Mein letzter Trip hat mich nach Kyoto gebracht, von wo ich nach einer Woche erst gestern mit großen Anstrengungen zurückgekommen bin. Dass ich es überhaupt wieder nach Hause (Tokyo) geschafft habe, ist nämlich deshalb ein bisschen erwähnenswert, weil ich dachte, dass ich mir die Rund hundertfränkige Zugfahrt sparen könnte, wenn ich die rund 400km per Autostop zurücklegen würde. Gedacht, getan! Am nächsten Morgen stand ich also am Minami Kyoto Iriguchi, also der Autobahneinfahrt im Süden und präsentierte den vorbeihuschenden Wagen meine beiden wundervoll gezeichneten Kanji: Tokyo. Als nach fast einer Stunde noch immer niemand anhielt, versuchte ich es bloß mit dem Daumen. Das klappte ein bisschen besser, denn bald hielt eine Frau an und wollte mich nach Osaka mitnehmen. Wie schade, dass das die falsche Richtung war. Ich warte verunsichert weit! er, nach ein paar Minuten hielt jemand an, der nach Kobe wollte (auch falsch Richtung), dann noch einmal nach Osaka. Da drängt sich die Frage auf, ob ich nicht an der falschen Einfahrt stehe, aber ich war offensichtlich richtig. Ich entschloss mich also, einfach das nächste Auto zu nehmen, egal wohin – ratet mal: genau, nach Osaka. Da das aber die falsche Richtung war, bat ich den Fahrer, auf der nächsten Tankstelle zu halten, wo ich dann über eine Brücke wenigstens Autos hatte, die dorthin fuhren, wo auch ich hinwollte.

Konturenlose Schönheitsoperationen und spontane Diffusitäten

Panorama von Seoul

Liebe Freunde,

dieses Mail liesse sich wieder ganz ähnlich beginnen, wie das letzte: mit einer Betrachtung über Abschnitte des Lebens oder des Reisens. Tatsächlich bin ich wieder in einer neuen Phase meiner Reise, die dann doch ein bisschen überraschend mit einem Rückflug nach Tokyo gekommen ist. Was ist geschehen? Korea (oder besser gesagt Seoul, denn über die Stadtgrenzen kam ich leider kaum je hinaus), von wo aus ich das letzte Mail geschrieben hat, gefiel mir zwar sehr gut. Doch irgendetwas fehlte.

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