Monthly Archives: August 2001

Buddhas Siesta und sechs Hundekuchen, 25.8.01

Salve Lectande! (sollte ein Vokativ sein)

Ein sonniger Tag im Süden Chinas lässt grüssen, eine wundervolle Umgebung und eine friedliche Stadt gebietet zu bleiben und doch wartet ein Bus nach Kunming auf mich, wo ich endlich die Visumsangelegenheiten der nächsten Etappen erledigen will.

Der grosse Buddha von Leshan

Als ich mich vor rund einer Woche endlich aus Chengdu lösen konnte, fuhr ich nach LeShan. Hier konnte ich mal wieder erkennen, dass meine chinesisch Kenntnisse noch immer nichts taugen: hatte ich doch erwartet, dass man den Ort wie Lö-schan ausspricht, musste ich doch erfahren, dass man ihn phonetisch von der Stadt Lausanne am Genfersee nicht unterscheidet. Die Hauptsehenswürdigkeit dieses Ortes ist, dass dort der grösste Buddha rumsteht, (seit einem Jahr sogar mit Abstand der grösste.) welcher höhenmässig etwas dem Münster in Basel entspricht. Dabei übersieht man leicht, dass auch der Höhe ein anderer Buddha pennt, der mit seinen nahezu 200m ein bisschen gigantisch ausgefallen ist. In den Höhlen gibt Reliefs mit erotischen Darstellungen, die stark an die indischen erinnern, was allerdings auch nicht sonderlich erstaunt.

Schlafende Reisröllchen und hupende Mingwohnungen, Chengdu, 17.8.01

Hallo zusammen,

heute ist mein letzter Tag hier in Chengdu, bevor ich weiter nach Süden reise und die Stadt verlasse, deren Polizei mich drei Tage gekostet hatte…

Im Campus von Chengdu

Chengdu als Stadt ist eigentlich nichts wirklich Besonderes, man muss dem aber auch vorausschicken, dass eigentlich keine der Provinzhauptstädte etwas besonderes sein dürfte. Durch eine stark zentralisierte Stadtplanungspolitik (der selbe Stadtplaner in Peking und in Chengdu) sehen diese Städte eigentlich alle verwechselbar ähnlich aus. Dennoch ist Chengdu nicht gerade unfreundlich, zumal in der Innenstadt das Hupen bei 200Y (also rund 40 Franken – was hier eine Menge Geld ist) verboten. Das klappt und schont meine Nerven…
Doch diese Wohnung, welche ich mit meinen beiden Reisegefährten bezogen habe, lag leider etwas ausserhalb dieser hupfreien Zone. Immerhin hatten wir aber drei Zimmer und einen Fernseher mit DVD-Player, wo wir den neuesten Filmen huldigen konnten. (DVDs sind hier unglaublich billig und sehr populär. Und seit ich gestern Abend im Kino gewesen bin und auf einem etwas unscharfen, dafür wirklich grossen Fernseher, einen jämmerlichen Amistreifen geschaut habe, konnte ich verstanden, weshalb in China bisher noch niemand meine Meinung teilte, dass das Bild im Kino besser sei.)

Tibetische Adler und fotogene Mönche, Chengdu, 13.8.01

Liebe Freunde,

ein weiterer thematischer Block meiner Reise ist mit meiner Ankunft in Chengdu vorüber gegangen: nämlich die Durchquerung eines Berggebietes, welches traditionell von Tibetern bewohnt ist, jedoch dank der Divide-et-impera-Politik der Chinesen für uns Touristen auch ohne spezielle Bewilligung zugänglich ist. Diese Politik schlägt sich dann auch in den entsprechenden Backpackerscharren nieder, die durch die engen Hochtäler strömen.

Wichtiger tibetischer Tempel in Xiahe.

Von Lanzhou, dem wüstentrockenen Ort, von dem ich Euch das letzte Mal geschrieben habe, bin ich nach Xiahe gereist. Wer diesen Ort auf einer Karte suchen möchte, sollte sich besser mit einer Lupe bewaffnen, denn nebst den 1000 tibetischen Mönchen und den Backpackern, wird der Ort von ein bisschen mehr Han-Chinesen bewohnt, die durch ihre ungehobelte Art den Charme des Ortes noch mehr beeinträchtigen, als die vielen Langnasen. Der Ort ist in zwei Hälften geteilt: in der einen wohnen die Chinesen in der anderen die Tibeter. Während die Sorge der ersteren in erster Linie darin zu bestehen scheint, eine breite Autobahn mitten durch den Ort zu ziehen, bilden sich zweitere in einem wunderschönen Kloster aus. Bei der Führung durch das Kloster drängte sich bei mir immer der Vergleich zu einer Uni auf. Schon alleine wie das ganze organisiert und in verschiedene „Dekanate“ – wenn dieser eurozentrische Ausdruck hier einmal erlaubt sein möge – geteilt ist. Genauso können ältere Mönche professorengleich selbst den Unterricht erteilen.

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