Monthly Archives: Oktober 2000

Bangkok, 18.10.2000

Hallo liebe Leute,

jetzt, da sich meine Reise dem Ende zu neigt und ich wieder in Bangkok und mehr oder weniger auf den Rückflug warte (dabei natürlich die wenigen restlichen Tage noch nutze, um mir all die Kultur reinzuziehen, die ich in den letzten Wochen verpasst habe), finde ich auch wieder einmal Zeit zu beschreiben, was ich die letzten Tage so getrieben habe.

Das Goldene Dreieck. Im Hintergrund befinden sich Laos und Myanmar.

Nun nach Chiang Rai (am Abend habe ich dort auf dem Night Market einem thailändischen Bob Dylan zu gehört) habe ich einen Motorradausflug ans goldige Dreieck unternommen. Das war früher einmal eine gefährliche Gegend, wegen des Opiumschmuggels. Doch heute haben die Leute erkannt, dass sie mehr Geld verdienen können, wenn sie den Touristen die Gelegenheit geben, sich vor einem Schild (Aufschrift GOLDEN TRIANGLE) ablichten zu lassen. Anschließend können sie ihnen dann das überaus interessante Opiummuseum zeigen (man erfährt dort im übrigen, dass Opium eigentlich gut sei, wenn man es richtig anwendet – ist in etwa so wie bei uns mit den Hanfshops). Vielleicht kann man dem einen oder anderen Touristen auch etwas verkaufen und das alles schließt ja das Schmuggeln nicht aus. Aber wenn man mit dem Motorrad dort durchfährt, sieht man von dem allem nicht sehr viel. Es ist einfach eine schöne Gegend. Zum Glück waren auf dem Weg noch ein paar Ruinen, die ich mit James besichtigte.

Chiang Rai, 8.10.2000

Hallo zusammen,

ich habe nun wieder thailändischen Boden unter den Füssen. Doch diesen Boden musste ich mir sehr schwer erkämpfen, da auf der laotischen Seite plötzlich keine Strasse mehr existierte. Doch vielleicht sollte ich meine Geschichte von dort aus weiter erzählen, wo ich aufgehört habe, nur weiß ich nicht mehr genau, wo das war. Wenn ich mich aber richtig erinnere, habe ich eines Morgens (während ich auf das Aufwachen meiner werten Freunde wartete – keiner mag das glauben, aber ich war als erster wach! ) ein langes Vang Vieng Mail geschickt. Anschließend habe ich mit Mio einen Lastwagenreifen gemietet und wir sind im nahen Fluss alleine gerafftet. Als dann Jennifer, Nifty und Mika zu uns kamen, mieten wir einen zweiten Reifen und gingen 4 km aufwärts. Das Mieten des Reifens war gar nicht so einfach, weil die gute alte Laotin meinte, dass man nicht zu fünft auf einem Reifen sitzen könnte. Wir lachten und antworteten, dass wir zu fünft ja 2 Reifen hätten. Dieses Argument überzeugte sie zwar nicht, aber immerhin wollte sie uns daraufhin ihre Schwimmwesten und einen Taxifahrer verkaufen.Da wir die gleiche Strecke ein paar Tage vorher mit Führer gemacht hatten, glaubten wir, schon Bescheid zu wissen und charterten ein anderes Taxi, ein billigeres. Der missverstand den Ort wohl ein wenig, so dass wir an einem Ort wasserten, wo der Fluss tatsächlich nicht ganz so ruhig war, resp blieb. Nach etwa fünf Minuten fielen wir alle bei den Stromschnellen ins Wasser, Mika verlor ihr Bier, von dem sie versprochen hatte, dass sie die Flasche zurückbrächte. So trieben wir neben dem Schlauch durch das Wasser. Am nächsten Felsen konnte ich uns anhalten (die Strömung war nicht so stark, dass es gefährlich gewesen wäre, aber stehen konnte man schon nicht mehr) bis ich mit Panik feststellte, dass der ganze Felsen mit Spinnen vollgepackt war. Ich ließ also wieder los und wir trieben auf den nächsten Felsen zu, wo ich dagegen prallte und die anderen ins ruhige Wasser kamen. Immerhin stand ich nachher auf einem Felsen, auch wenn ich nicht genau weiß, wie ich das getan habe und hatte sogar noch meine Badeschlappen an. Bis auf eine Sammlung blauer Flecken und ein paar Kratzern habe ich mich allerdings nicht verletzt. Wir brauchten dann wieder eine rechte Weile, um ins Wasser zurück zu kommen, so dass es inzwischen eindunkelte. Doch die wilde Stelle war vorbei und wir fuhren dann die Strecke im Dunkeln runter, die wir ein paar Tage vorher gesehen haben. Immerhin konnten wir James überzeugen, dass er etwas verpasst hatte.

Nifty kaufte sich eine Gitarre

Vielleicht ist es nun einmal Zeit die Leute vorzustellen: Nifty: nun ihn kennt ihr schon. ein Australier, den ich in Malaysia kennengelernt habe. Seine spezielle Eigenart ist es, dass er sehr undeutlich spricht und dadurch immer megamässig gestoned wirkt, obwohl er normalerweise höchstens mittelmäßig gestoned ist. Ihn schicken wir immer zum Verhandeln, auch wenn die Leute dann angeblich anschließend mit Gewehren kommen. Er hat diese eigenartige friedfertige Aggression, mit der er alle zum kochen bringen kann. Jennifer ist eine dreißigjährige Amerikanerin aus Silikon Valley. Sie macht aus allem Wortspiele und presst jede Erfahrung in ein Gedicht oder einen Songtext, den ich dann mit Nifty zusammen singe.

Vang Viang, 1.10.2000

Hallo ihr allen,

Typischer Überlandbus in Laos

ich wollte mich mal wieder aus den nördlichen Gefilden, in denen ich mich gerade aufhalte (Nordlaos – bis China ist es nur ein Katzensprung), melden. Hier ist alles gut. Inzwischen hat auch der Regen wieder nachgelassen und es ist schön warm und sonnig. Der Ort, wo ich gerade bin nennt sich Vang Vieng und ist ganz nett. Hat vielleicht 5000 Einwohner und in etwa gleich viele Touristen wie in Vientiane, nur sieht man sie hier besser. Die Gegend um mich herum ist eine bizarre Bergfelsengegend mit einem Fluss, in dem man baden kann und auf Gummireifen runterfahren kann. Doch was ist inzwischen geschehen?

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