Monthly Archives: September 2000

Vientiane, 23.9.2000

Hallo Leute,

ihr würdet nie erraten, wo ich jetzt gerade bin, wenn ich es nicht im Titel schon erwähnt hätte. Momentan sitze ich in Vientiane neben einem orange gekleideten buddhistischen Mönch im Internetcafe in Vientiane (der Hauptstadt Laos). Ich hatte eigentlich erwartet, dass es hier kein Internet gibt, weil in meinem Führer stand, dass Laos keinen Einwahlknoten ins Internet hätte, doch dies scheint sich im Verlaufe des letzten Jahres geändert zu haben. Nicht nur der Preis ist recht ordentlich, sondern auch die Geschwindigkeit hervorragend.

Strandpromenade in Vientianne, Laos.

Doch nun möchte ich doch eher wieder der Reihe nach erzählen und ich hoffe, dass ich diejenigen, denen ich zwischendurch etwas geschrieben habe, nicht langweile. Von Krabi bin ich nach Sirat Thani (oder Silut Thani – die Leute wissen das allgemein selber nicht so genau. Liegt vielleicht an dem alten L-R/Problem, das hier in Laos bedeutend besser erscheint.) Dort hat mich dann die Besitzerin des Guesthouses in den Ausgang mitgenommen. Sie ist eine nicht ganz schlanke Mitt-40igerin. Der Ausgang war ganz nett, war doch aber ein bisschen müde vom erlebnisreichen Tag. Sie hat mir erklärt, dass es Thai-Kultur sei, dass immer einer für beide zahle und man sich abwechsle. Das war eigentlich ganz nett, auch wenn sie dann halt immer die Taxis/Buse zahlte und ich die Restaurants… am nächsten Tag nahm sie mich in ihre Haiso (kurz für High Society – immerhin behauptete der einzige, der noch alle Zähne im Mund hatte, der Bruder des Präsidenten Thailands zu sein. Sein neuer Mercedes sprach immerhin dafür. Mal sehen, ob sich das verifizieren lässt) mit. Da ihr mein zerknittertes T-Shirt nicht passte, schenkte sie mir kurz ein frisches. So ein rotes Sportteil, das mir eigentlich nicht wirklich steht, aber was soll’s? Dann noch mit ihrem Roller zu einer Muschelfarm und am Abend nach Bangkok…

Bangkok, 21.9.2000

Hallo zusammen,

Muschelfarm bei Surathani

also ich bin jetzt endlich einmal in Bangkok. Bin gestern früh hier angekommen, nachdem ich einen Tag in Sirut Thani verbracht habe, wo mir die Hotelbesitzerin unbedingt ihre Muschelfarm zeigen wollte und danach mit mir nach Chayila gehen wollte. Aber irgendwie behauptete sie, es sei Thaikultur, dass immer einer für beide zahle und man sich abwechsle. Ein System das mir grundsätzlich liegt, wenn es nicht so ist, dass sie den Bus zahlt und ich das Essen…

Krabi, 18.9.2000

Hallo zusammen,

Es ist mal wieder Zeit, dass ich mich melde. Ich habe immer noch eine großartige Zeit, doch was ist inzwischen alles passiert?

Im thailändischen Krabi lassen sich tolle Sonnenuntergänge beobachten.

Nachdem ich noch ein bisschen in dem Cameroon Highlands fror, zog es mich doch wieder ins Tal zurück. Eine lange Reise nach Penang, das als großartige Kolonialstadt gepriesen wurde und das als das touristischste Ziel Malaysias angegeben wurde. Man könnte nun denken, dass es deshalb besonders schön sei; aber es ist meiner Meinung nach nur deshalb so touristisch, weil alle Traveller (die im Lonely Planet gelesen haben, dass Malaysia zu teuer ist), die vom preiswerten Thailand kommen die Fähre ins noch preiswertere Sumatra nehmen. Penang gefiel mir allerdings nicht so gut – und dies nicht nur, weil mich innerhalb 24 Stunden 4 verschiedene Typen fragten, ob ich einen Boyfriend suchte… und die waren nicht einmal hübsch…!!! Dafür bin ich mit dem malayschen Botschafter in einer afrikanischen Bananenrepublik Abendessen gegangen, um dann anschließend auf einer gammeligen Fähre ein kleines Ausflügchen zumachen. War ganz toll. Dennoch wollte ich Penang schnell verlassen, buchte also einen Minibus nach Krabi in Thailand für neun Uhr am nächsten Tag.

Cameroon Highlands, 10.9.2000

hallo Leute,

nun ist wieder Wochenende und ich wollte mich mal wieder melden… was inzwischen alles passiert ist? hm… also, ich glaube, das letzte Mal habe ich mich aus dem wundervollen Cherating gemeldet, bevor es mich wieder nach Singapore gezogen hat. Die 400km-Reise war sehr anstrengend Singapore ein bisschen enttäuschend, da die gute Evelyn weniger Zeit hatte, als wir abgemacht hatten. Dennoch haben wir ein bisschen Zeit für einander gehabt. Schade, dass sie hier keinen Scanner haben, sonst hätte ich Euch ihr Foto schicken können. Nach zwei Tagen in Singapore, ging ich wieder nach KL. Keinen weiteren Kommentar als: „Bedbugs are everywhere…“

Teeplantage in den Cameroon Highlands

Deshalb zog ich ziemlich rasch in die Cameroon Highlands, wo ich bis morgen früh bleibe. Vielleicht ein paar Worte zu dem Ort hier. Also ring herum sind Teeplantagen. Heute habe ich eine Teeplantage und eine Fabrik besichtigt. Das war ganz eindrücklich, vor allem der Duft der frischen Teeblätter ist sehr fein – riecht ein bisschen wie Sauerampfer. Jedenfalls ist der Ort hier oben auf 1500m eine Art Sanatorium für die Malaien, die der Hitze entfliehen wollen. Und tatsächlich ist es hier bedeutend kühler, anderseits scheint pro Tag nur etwa 2,5Std die Sonne. Der ganze Ort (vor allem auch wegen seiner Pseudofachwerkhäuser) erinnert mich ein bisschen an Titisee-Neustadt im Schwarzwald. Der Ort hat auch etwa die selbe Groesse, resp. Kleine.

Cherating, 1.9.2000

Hallo Ihr,

hm, ihr werdet nun wohl denken, was ist mit dem los, dass er schon wieder heimmailt – eigentlich ist nichts Besonderes los, und das genau lässt mir die Zeit und Muße, Euch ein Mailchen zu schreiben.

Der Strand von Cherating

Gestern, am 31. August war in Malaysia Nationaltag. Damit die Leute das auch genügend feiern können, hat die Regierung die ganze Woche zu Ferien erklärt. Das hat zur Folge, dass unheimlich viele Malaien diese Zeit nützen, um sich ihr eigenes Land anzusehen. Das ist zwar eigentlich eine gute Sache, nur führe es auch dazu, dass die  Busse über längere Zeit ausgebucht sind. Für mich hatte das die Konsequenz, dass ich, nachdem ich am Dienstag in Cherating (etwa 50km nördlich von Kuatan, woher ich das letzte Mail schrieb) angekommen bin, feststellen musste, dass bis zum folgenden Montag alle Busse voll sind. Deshalb bin ich in einem kleinen Dorf, das früher hauptsächlich von Fischern bewohnt wurde und heute ein paar kleine Hotels (und etwa 10km von hier auch einen Club Med – aber von den Leuten hört und sieht man zum Glück nichts) für Billigreisende birgt, gestrandet. Der Ort ist sehr lieblich, da der nahe feinsandige Strand sehr flach ist (deshalb ist das Wasser auch nicht wirklich eine Erfrischung) und zum baden einlädt. Ich habe ein paar wunderschöne Fotos von hier geschossen – einen halben Film verknippst… allerdings hat er den Nachteil, dass hin und wieder ein paar Quallen durch die Gegend schwirren. Gestern hat ein Amerikaner (er wohnt nur etwa 2 Hütten von mir entfernt) einen „Streifzug“ gemacht. Aber außer drei Stunden Brennen ist dem guten Mann nichts passiert und heute sah ich ihn schon wieder im Wasser. Ich bin seither auch jeden Tag mindestens eine Stunde schwimmen gewesen, das ist wirklich wunderbar, aber nachdem ich heute drei ausgetrocknete Quallen am Strand liegen gesehen habe, hat sich in mir eine gewisse Neorose gebildet und ich weiß nicht, ob ich morgen nochmals reingehe, denn diese Dinger sieht man wirklich fast nicht…

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