14 Jahre Bloggen und noch kein bisschen müde

Ein Portraitfoto von mir. Foto: Nadine Zwahlen

Ich werde immer wieder gefragt, wie es mit meinen Blogs angefangen hat, was ich mit meinen Blogs will und wie es mit ihnen weitergehen soll. Im Rahmen einer Blogparade will ich diese Fragen aufgreifen und sie beantworten.

Als ich vor etwa 14 Jahren das erste Mal Europa verließ, wusste ich nicht, was ein Blog ist. Vom Internet hatte ich schon gehört, allerdings hatte ich keine genaue Vorstellung davon, was sich hinter diesem Begriff versteckt. Ich wusste lediglich, dass einige meiner Freunde Stunden mit „Surfen“ verbrachten. Was der Reiz davon sein sollte, sich beliebige Informationen zu allen möglichen Themen reinzuziehen, entzog sich mir jedoch vollkommen. So verbrachte ich meine erste Reise noch vor der digitalen Revolution: Jeweils am Sonntag meldete ich mich bei meinen besorgten Eltern. Für die Dreiminuten-Gespräche aus Südamerika bezahlte ich jeweils über zehn Dollar – ein Betrag, der damals meine Reisekasse als Student empfindlich traf.

Erste Schritte als Blogger

Vor meiner nächsten Reise, die mich ebenfalls nach Lateinamerika führte, eröffnete ich ein Mail-Konto und sammelte die Kontakte aller meiner Freunde und Bekannte, die ebenfalls bereits über Mailboxen verfügten. Dann tat ich das, was zu jener Zeit die meisten Fernreisenden machten: Ich schickte etwa jede Woche ein Massenmail an alle. Spam war noch kein Thema.

Als ich bald darauf lernen wollte, wie man Websites erstellt und ich auf der Suche nach Beispiel-Inhalten war, griff ich auf diese Mails zurück und stellte sie online. Ich war erstaunt, dass meine Briefe schnell auf ein starkes und insgesamt recht positives Echo stießen. Immer wieder wurde ich von Fremden zu allerhand praktischen Reisefragen kontaktiert. Ich begann, die Seite kontinuierlich mit weiteren Reiseberichten anzureichern und die Fragen in einem angehängten Reiseforum zu beantworten. Technisch gesehen hatte ich damals noch keinen Blog, sondern eine statische Seite.

Der Durchhänger

Nach meinem Studium begann ich als Journalist für eine Tageszeitung zu arbeiten. Das brachte mit sich, dass ich einerseits weniger Zeit zum Reisen hatte und anderseits weniger Lust verspürte, nach dem Feierabend ebenfalls an Texten zu feilen. Stattdessen konzentrierte ich mich lieber aufs Forum, wo es jeden Tag spannende Diskussionen gab. Hier konnte ich meine Reiseerfahrungen mit anderen teilen, ohne übermäßig auf meine Formulierungen achten zu müssen.

Hinzu kam, dass ich kurz vor den Olympischen Spielen 2008 eine Stelle als Online-Redakteur in China annahm. Nun kamen noch ein weiteres Problem dazu: Die schlechten Internetverbindungen im Reich der Mitte machten das Betreiben einer eigenen Website praktisch unmöglich – zumindest auf die Weise, wie ich das damals technisch gelöst hatte.

Vor zwei Jahren entdeckte ich dann WordPress. Diese Software zum Bloggen fand ich super. Ich fing nun an, alle meine Inhalte der alten Website in das neue System zu übertragen und einen modernen Blog zu starten. Ich begann auch damit, meine älteren Reisen, insbesondere Indien 2010, nachzubereiten und die Reiseberichte nachträglich zu veröffentlichen. Daraus entstand mein Blog, wie wir es heute kennen.

Das Weltreisemagazin

Bloggen bereitete mir viel Spaß. Aber ich merkte auch, dass ich mit dem Konzept eines privaten Reiseblogs bald an meine Grenzen stieß. Ich hatte mit persönlichen Betrachtungen und privaten Geschichten begonnen. Doch alsbald war mir mein Blog zu sehr auf mich selber gerichtet. Da ich kurz darauf eine etwas langweilige Bürostelle in der Verwaltung annahm, wuchs in mir das Bedürfnis, wieder journalistisch tätig zu werden. Ich schuf also das Weltreisemagazin.

Für mich war zu dem Zeitpunkt klar, dass ich mit einem solchen Magazin hoch heraus wollte und das konnte ich nicht alleine schaffen. Ich suchte also nach Mitbloggern, die ebenfalls Lust hatten, sich als Reiseautoren zu betätigen. Ich begann Partner zu suchen. Viele Leute meldeten sich, einige schlugen Themen vor und ein paar wenige lieferten sogar Texte ab. Doch obwohl ich ein sehr faires Modell der Gewinnbeteiligung betrieb, blieb bis heute leider niemand länger als ein paar Monate dabei. Ich bin also noch immer auf der Suche, nach interessierten Reisewütigen.

Ich werde oft gefragt, wieso ich den Blog nicht alleine machen will. Zum einen ist es natürlich leichter, sich gegenseitig zu motivieren als einsam im Kämmerlein zu bloggen. Aber das Ganze hat auch einen praktischen Grund. Ich bin überzeugt, dass es im Internet so etwas wie einen “Klumpen-Effekt” gibt. Gemeinsam können nicht nur viel mehr Inhalte online stellen, sondern die Autoren nutzen auch ihre sozialen Kontakte, um die Seite, an der sie beteiligt sind, bekannter zu machen. Außerdem glaube ich, dass bei einer Seite, die jeden Tag neue Inhalte bietet, die Zahl der wiederkehrenden Besucher höher ist, als bei einer Seite, die nur sporadisch neue Texte veröffentlicht.

Auf die Idee, diesen Blogbeitrag zu verfassen, kam ich, nachdem Alexandra Steiner auf ihrem Blog zu einer sogenannten Blogparade aufrief.

8 Responses to 14 Jahre Bloggen und noch kein bisschen müde

  1. Tom sagt:

    Hallo Oli

    Ich finde deinen Blog ziemlich cool! Ist interessant, wie du die ganze Geschichte aufgezogen hast. Bei meiner Weltreise im Jahre 2005 waren die elektronischen Möglichkeiten ebenfalls noch nicht so ausgereift wie heute. Ich fühlte mich beim lesen des Artikels zurückversetzt in ein Internet-Cafe in Buenos Aires als ich zu dieser Zeit auch meine Massenmails an Bekannte und Verwandte verschickte. 😉

    Vor kurzem habe ich nun begonnen meine Reiseerlebnisse in eine Website zu packen, naja ich versuche es weiterhin…

    Würde mich freuen von deinem professionellen Feedback zu meiner Page zu lesen!

    Gruss Tom

    http://www.globetrotter-info.net

    • Oliver sagt:

      Vielen Dank fürs Lob… 🙂

      Ich bin zwar kein Profi. Aber ein Feedback gebe ich trotzdem gern.

      Deine Seite scheint mir recht ordentlich zu sein. Allerdings würde ich etwas mehr Bilder verwenden und vor allem am Anfang ein bisschen soarsamer mit der Werbung umgehen. Dann wirst du auch häufiger verlinkt. Ebenfalls finde ich schade, dass du deine Reiseberichte noch nicht online gestellt hast.

      Und eine Linkliste mit Verweis auf http://www.traveltalk.weltreiseforum.com fehlt auch… 🙂

      • Tom sagt:

        Hallo Oli

        Danke für das rasche Feedback! Genau diese Art von Infos brauche ich! Denn ich möchte ja den Besuchern meiner Website etwas Gutes bieten. Die Reiseberichte meiner Weltreise sind schon länger online, nur fehlte der interne Link auf diese…
        Nun habe ich einige Dinge bereits verbessert und es würde mich freuen dich wieder mal auf meiner Seite begrüssen zu dürfen!

        Viele Grüsse
        Tom

        PS: der Link auf deine Seite folgt noch! 😉

  2. Silvia sagt:

    Ich finde es toll was du da aufziehst, sowohl mit dem Forum als auch mit deinem privaten Blog und dem Magazin. Ich muss ehrlich zugeben, mir fehlt es etwas an Motivation zum bloggen. Irgendwann habe ich mir selbst eingestanden, dass es eigentlich nur für mich ist und dass ich meine Erinnerungen damit festhalte für wenn ich alt und senil bin 🙂

    Tatsache ist aber, dass es manchmal etwas frustrierend ist wenn man sieht wie viele Leute drauf zugreifen und keiner kommentiert etwas. Da sind Foren irgendwie… befriedigender, da da fast immer ein Gespräch entsteht und man nicht das Gefühl hat mit einem Vakuum zu kommunizieren.

    Dabei hätte ich soviel zu erzählen von meinen Reisen 🙂 Mal schauen ob ich mich dieses Jahr etwas besser motivieren kann!

    • Oliver sagt:

      Hallo Silvia,

      vielen Dank für deine aufmunternden Worte. Ja, dein Gefühl kann ich bestens verstehen. Ich kann dir versichern, dass auch ich immer mal wieder mit Frustrationen fertig werden muss. Zum Beispiel wenn ich sehe, dass im Forenbereich seit 2007 die Seitenaufrufe jedes Jahr ein bisschen zurückgehen und ich nichts dagegen unternehmen kann. Die vielen Facebook-Gruppen lassen Foren alt aussehen. Doch dann schaue ich einfach auf das Magazin und freue mich darüber, dass es im deutschsprachigen Raum nicht so viele Reiseblogs mit mehr Lesern gibt.

      Wenn du möchtest, kannst du gerne auch einmal einen Gastbeitrag fürs Magazin schreiben. Das würde mich sehr freuen – und du kannst dabei auch gerne auf dein neues Reisebüro hinweisen, dem es ja sicher auch nicht schadet, wenn es von mehr Interessierten gefunden wird.

      Gruss,
      Oliver

  3. […] Weltreiseforum – Die Informationsquelle für Individualreisende Oliver sowie Gastautoren schreiben hier – wie sollte es anders sein – übers Reisen, Reiseziele, praktische Tipps, uvm. Und es gibt ein Forum für einen regen Austausch – sehr praktisch! Interessant: Übers Altern: Wie sich mein Traum von der Weltreise veränderte […]

  4. Daniel sagt:

    Halli Hallo,

    echt ein cooler Blog! Mach spaß hier rum zu stöbern.

    Wünsche dir weitere tolle Reisen und immer passendes Wetter ;).

    Mach weiter so!

    Viele Grüße

  5. Nick sagt:

    Hallo Oliver,
    ich bin immer wieder erstaunt beim lesen verschiedener Reiseblogs, wie weit manche Menschen in der Welt herumkommen und was sie dabei manchmal an verrückten Sachen erleben. Und 14 Jahre von seinen Reisen berichten, finde ich schon beachtlich. Werde also weiterhin nicht müde …

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